Porsche Cayenne wird intensiv überarbeitet: Generation 3 zur Aufwertung weltweit im Dauerlauf unterwegs
Obwohl das einige anders sehen, der Cayenne hat Porsche das Leben gerettet. Die Marke aus Zuffenhausen zudem seit 2002 für Frauen viel interessanter gemacht, als es ein 911er jemals könnte. Trotz vieler Wiederstände und oft vor Selbstschaum triefender Medienkritik vor dem Start, setzte sich der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking durch.
Wie wir alle heute wissen, wurde der Cayenne zum Bestseller, ist es auch heute noch weltweit trotz immer stärkerer Konkurrenz.
Doch zu lange ausruhen ist vor allem bei einem Sportler nicht gut.
Das ist im wahren Leben so, bei Automobilen nicht anders.
Deshalb wurde der Cayenne in jeder Generation regelmäßig aufgewertet.
Optisch außen wie innen und natürlich technisch.
Die 3. Generation startete 2018, eine Coupé-Variante kam 2019 dazu.
Nun steht ein tiefgreifende
Überarbeitung an.
Die Maßnahmen betreffen Antrieb, Fahrwerk, Design,
Ausstattung und Konnektivität.
„Es ist eine der umfangreichsten Modellaufwertungen in der Geschichte von Porsche“, sagt Baureihenleiter Michael Schätzle.
Weltpremiere ist am 18. April 2023 auf der führenden Automesse in China im National Exhibition und Convention Center (NECC) in Shanghai.
Exklusiv bekommen den Neuen jedoch Medien und VIPs bereits am Vorabend zu sehenViel ist noch nicht bekannt, was, beschreiben wir hier.
Schauen wir uns den aktuellen Trend an, dann dürften die Preise ganz bestimmt auch hier deutlich ansteigen.
Akuell geht es beim Cayenne mit rund 88.000 Euro los.
Der Cayenne ist von den Käufern auch wegen seiner Flexibilität beliebt.Das Ziel der Überarbeitung daher: Komfort und Offroad-Tauglichkeit weiter zu optimieren.
Unter anderem durch ein neues, semiaktives Fahrwerk.
Das und der insgesamt große Umfang an neu entwickelten Technologien und Komponenten muss natürlich perfekt aufeinander abgestimmt sein.
Ein komplexer und zeitaufwendiger Erprobungsprozess ist die Folge.
Erprobungsleiter Ralf Bosch:
„Wegen der tiefreifenden Maßnahmen durchlief der neue Cayenne diesmal ein komplettes Testprogramm, eigentlich so wie bei einer vollständigen Neuentwicklung.“
Das liegt sicher auch daran, dass natürlich schon an der 4. Generation gearbeitet wird.
Die wohl nur noch rein elektrisch kommt.
Doch da weltweit dann ebenso sicher die Nachfrage bei Benzinern weiter bestehen wird, bietet sich an, die aktuelle Generation parallel ein paar Jährchen weiterlaufen zu lassen.
Das würde auch den unüblich hohen Aufwand bei der anstehenden Modellpflege erklären.
Unter anderem ging es an die Blechteile, Heckklappe und Motorhaube sind neu.
Tüchtig und tief wurde in den Geldbeutel für die Motorisierung gegriffen.
Das gilt für das Basismodell mit Dreiliter-V6 (jetzt 354 PS) und den kleinen Plug-in-Hybrid, dessen V6 nun ein auf
177 PS erstarkter E-Motor (bisher 136 PS) plus größere
Batterie unterstützen.
Den Sechszylinder im Cayenne S ersetzt ein V8 mit 475 PS und 600 Nm Drehmoment.
Weltweite Erprobung
Natürlich lässt sich vieles mit Computer-Simulationen prüfen, doch ohne eine reale Gesamtfahrzeug-Erprobung geht es auch heute nicht.
Qquasi eine Reifeprüfung für Betriebsfestigkeit wie Funktionalität aller Komponenten und Systeme. Das geht weit über die Grenzen hinaus, die Besitzer nur in Ausnahmefällen erfahren.
Dauerläufe simulieren ein Fahrzeugleben unter harten
Einsatzbedingungen.
Prototypen absolvieren im
Schichtbetrieb innerhalb weniger Monate weltweit weit über 200.000 Kilometer – in der
Stadt, auf Landstraßen, Autobahnen und in
unterschiedlichen Klimazonen.
Dirk Lersch, Teamleiter Prototypen Aufbau und Erprobung:
„Was wir
dem neuen Cayenne bei harten Offroadtests in Spanien, anspruchsvollen
Dünentouren in Marokko oder hochdynamischen Fahrten auf Eispisten in
Finnland und auf der Nürburgring-Nordschleife zumuten, wird kaum ein Kunde seinem Cayenne jemals abverlangen. Doch er kann sich darauf verlassen, dass dieser auch
außergewöhnlich hohen Belastungen standhält – unabhängig vom befahrenen
Untergrund.“
Viele der neuen Details sind noch nicht bekannt, doch wird es innen ein neues und weitreichend
digitalisiertes Anzeige- und Bedienkonzept mit erweiterten
Connect-Funktionen geben.
Für noch bessere Sicht kommen HD-Matrix-LED-Hauptscheinwerfer zum Einsatz.

So ging es los: ein Blick zurück
Die Ambitionen waren von Beginn an hoch: der Cayenne sollte als SUV besonder sportlich und topfit im Offroad-Einsatz sein.
Imposant aussehen auch, das war vor allem in der (neidfreien) USA gewünscht.
Das bekam der damalige Designchef Harm Lagaaij auch vortrefflich hin, vor allem beim Turbo.
In späteren Generationen wurde der Auftritt allerdings weichgespült.
Weltweite Kritik war die Folge.
Intern
war laut Insidern von mehr Sozialverträglichkeit die Rede, was wohl auf
kritische Anmerkungen von Gut(Neid)menschen aus Deutschland basierte.
Dem Land, in dem nur rund 10 % der Porsche-Produktion verkauft wird.
Offiziell ging es 1998 los
Erstmals angekündigt wurde der Cayenne 1998, allerdings nicht mit diesem Namen.
Begonnen hatte alles jedoch viele Jahre früher.
Da Porsche nur mit den beiden Modellen 911 und Boxster nicht zukunftsfähig war, musste schnell eine dritte Baureihe her.
Der
seit 1992 in Zuffenhausen als Chef regierende Wendelin Wiedeking hatte
den Betrieb zwar in Rekordzeit umgekrempelt und mit vielen Ideen aus den tiefroten Zahlen
gebracht, doch auch er wusste nur zu genau, dass dies nicht reichen
würde.
Zwei Fahrzeuge standen zur Auswahl: Van und SUV.
Die Entscheidung war nicht schwer, kam aus den USA.
Im größten Markt für Porsche gehörten solche Fahrzeuge zu den Bestsellern.
Um Kosten zu sparen, gab es zuerst Gespräche mit Mercedes-Benz.
Dort wurde gerade die M-Klasse entwickelt.
Zuerst waren beide Seiten Feuer und Flamme, doch aus der 1996 geschlossenen Kooperation wurde dann doch nichts.
Das Projekt wurde dann zusammen mit Volkswagen realisiert.
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| Erprobungsfahrten
rund um den Globus und in allen Temperaturzonen gehörten natürlich auch
bei der Generation 1 des Cayenne dazu – hier ist ein Prototyp 2001 in
Dubai unterwegs. |
Prototypen im Dauerstress
Hochdynamisch, robust und familientaugliches Reisefahrzeug mit fünf Sitzen in einem.
Eine schwierige Sache, die monatelange Tests am Computer und hunderttausende Kilometer auf realen Straßen bedeutete.
Unter
allen Bedingungen, von Autobahn bis Wüste, von irrer Kälte hoch oben in
Lappland bis zu todbringender Hitze in Death Valley.
Als
dann alles wirklich zu 100 Prozent perfekt fertig war, gab Wendelin
Wiedeking den Startschuss für die Serienproduktion eines SUV, dessen
Entwicklung bis dato intern als Projekt „Colorado“ bezeichnet wurde.
Nicht
irgendwo, nein, dafür entstand eine völlig neue Produktionsstätte in
Leipzig, die im August 2002 offiziell eingeweiht wurde.
Einige Tage später rollte am 20. August das erste Fahrzeug vom Band.
Di offizielle Weltpremiere war einige Wochen später, im September 2002 auf dem Pariser Automobilsalon.
Genauer gesagt am Vorabend beim VIP-Event im Innenhof des Hotel d’Evreux.
4,5 Liter V8 Benziner
Vom Band rollten anfangs zwei Varianten.
Beide wurden von einem 4,5-Liter V8-Benziner angetrieben:
- Cayenne S
mit 340 PS
- Cayenne Turbo mit 450 PS
Später kamen weitere Motorisierungen für die Varianten GTS und Turbo S dazu, Diesel-Variente ebenfalls.
Der Selbstzünder entwickelte sich schnell bei Vielfahrern zum Favorit.
Eine Zeitlang lag der Diesel mit großem Abstand vor allen anderen Motorisierungen.
Dann urplötzlich das Aus für das in jeder Hinsicht beeindruckende Kraftpaket.
Das lieferte in seiner Höchstform 385 PS aus einem 4,2 Liter großem V8.
Offizielle Begründung von Porsche damals: keine Nachfrage mehr.
Alle (!) Händler bundesweit sahen das allerdings ganz anders ....
Doch auch ohne den Diesel steht fest: der Cayenne hat die Klasse der großen Sport Utility
Vehicle (SUV) in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich geprägt.
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| August 2017: Weltpremiere der dritten Cayenne-Generation auf dem Dach des Porsche Museums in Stuttgart-Zuffenhausen |
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