Live vom Rennen der MXGP Motocross WM in Pietramurata/Italien
Die spannende Weltmeisterschaft unterstützt der US-Hersteller RAM, stellt uns in einem Steinbruch und auf der Rennstrecke selbst das neueste Modell vor, den RAM 1500 TRX (gesprochen „T-Rex“) Havoc Edition.
von Achim Stahn
Um dieses Thema gleich zu Beginn abzuhandeln: Mit 5,92 Meter Länge, einer Breite von 2,23
Meter (ohne Spiegel), einer Höhe von 2,05 Meter und 3,68 Meter Radstand ist dieser als Lkw zugelassene Amerikaner schon ein richtig mächtiger Geselle. Imposant in jeder Hinsicht.
Ebenso beeindruckend ist das Fahrzeug mit seinen verschiedenen Einstellmöglichkeiten und technischen Raffinessen – im Gelände wird es so zum Überflieger.
Auch sonst zeigt sich der Wagen mit einem ganz besonderen Format.
Wir durften ihn anlässlich
der vierten Runde der
diesjährigen MXGP-Weltmeisterschaft auf der
Rennstrecke von Pietramurata
nahe dem Gardasee auf der offiziellen Europapremiere kennenlernen und selbst fahren.
Das geht überraschend gut, egal wo, dieser RAM fährt sich ganz zivil und einschätzbar.
Alle Ecken und Enden sind gut im Blick des Fahrers.
Wird er allerdings losgelassen, dann düst er im Stil eines Sportwagens ab oder kraxelt durch wildes Terrain wie ein Raupenfahrzeug.
Das neue
und besonders leistungsstarke RAM-Flaggschiff 1500 TRX Havoc Edition startet nach den USA nun auch bei uns in Europa. Limitiert und
mit der exklusiven Lackierung Baja
Yellow.
Klar von draußen ist er sehr groß, das sieht jeder sofort.
Doch von innen noch viel mehr.
Und das bedeutet jede Menge Platz, Luxus-Ambiente und ein Raumgefühl der ganz besonderen Art.
Irgendwie erinnert das an einen Privatjet.
Wenn man hinten sitzt.
Genauso imposant ist der Motor.
Ein 6,2 Liter Kompressor-V8 mit 702 PS und 880 Nm Drehmoment.
Damit braust der Amerikaner unter laut hörbarem Fauchen in 4,5 Sekunden auf 100.
Preis: gut 180.000 Euro.
Allerdings werden von diesem Sondermodell nur 1.000 gebaut.
50 sind für Europa vorgesehen.
Dort spielen für RAM nach Deutschland, die skandinavischen Länder und England dominierende Rollen.
Der Europa-Vertrieb ist in den erfahrenen Händen von AEC Europe aus München und KWA aus Bremerhaven, die auch Händler quer durch Deutschland betreuen.
Wer es wissen will: der vergleichbare kombinierte Verbrauch liegt laut WLTP bei 19,2 Liter auf 100 Kilometer (CO2: 452 g/km).
Die
Serienausstattung ist komplett, hier fehlt es an nichts.
Dazu gehören auch Panorama-Doppelschiebedach,
Offroad-Trittstufen, 360°-Kamera, Spurhalte- und
Notbremsassistenten oder beheizte und
belüftete Sitze.
Um das Potential der Launch
Control richtig auszukosten, stecken auf den schwarzen 18-Zoll-Beadlock-Felgen spezielle Reifen von Goodyear (Typ: Wrangler). Die sind heißen Starts gewachsen, sorgen für
maximale Bodenhaftung im Gelände.
Im
Innenraum bietet das Sondermodell ebenfalls
eine Vielzahl exklusiver
Ausstattungselemente:
- Ledersitze mit Nähtei in Prowler
Yellow
- gestickte gelbe
„TRX“-Logos auf den Sitzlehnen
- Karbonfaserakzente innen verteilt
- Sitze vorne/hinten beheizt und belüftet
- unten
abgeflachtes Lenkrad mit Bezug
aus Alcantara und Karbonfaser
- Sonderserie-Plakette auf der
Mittelarmlehne
- Head-up-Display
- kabelloses Ladepad
- 12-Zoll-Display mit der Sonderfarbe Baja Yellow
- Harman-Kardon Soundsystem mit 19 Lautsprechern
- Einparkhilfe rundum
Großes Kino im Hochformat: die Fahrprogramme melden sich mit bunten Grafiken
im Armaturendisplay zum Arbeitseinsatz, ausgewählt über ein
Schalt-Panel neben dem Lenkrad.
Nicht nur die Verteilung der Antriebskraft (von 50/50 bis 25/75
vorne/hinten) lässt sich damit einstellen, auch die Getriebesteuerung
orientiert sich bei der Schaltdrehzahl und beim Ganghalten an der
gewünschten Auswahl.
Unser Fazit:
„Insgesamt lässt sich der Wagen extrem entspannt bewegen, ist auf Geraden spurtreu und sicher beherrschbar. Das Ambiente innen vermittelt unaufgeregte Dynamik, was den
stärksten aller Pick-ups zu einem überraschend alltagstauglichen Partner
macht. Selbstbewusst sollte der Besitzer allerdings sein, denn dieser Wagen ist in jeder Hinsicht spektakulär.“
Ein RAM hat vor nichts Angst
Um jeden Ort zu erreichen, ist der Wagen hervorragend vorbereitet:
- Wattiefe von bis zu 80
cm
- Anhängelast von bis zu 3.500
kg
- maximale Zuladung von 594
kg
Auch die mechanische
Bilstein- Federung – über das Bordsystem auf
sechs verschiedene Modi (Sport, Snow,
Baja, Rock, Mud/Sand und Custom)
einstellbar – trägt zur maximalen
Offroad-Performance des RAM TRX bei.
Sie verfügt über ein externes Reservoir zum Schutz vor Überhitzung im harten Einsatz.
Nach den Sonderserien „Ignition“ in Orange und „Sandblast“ in Mojave Sand ist die Knallgelbe RAM 1500 TRX Havoc Edition bereits die dritte Version in einer exklusiven Sonderlackierung.
Einmaliges Erlebnis: Zuerst ging es mit Motorrad-Legende Antonino (Tony)
Cairoli (jetzt Team-Manager Red Bull KTM Factory Racing) über die Rennstrecke, auf der eben noch die Stars der MXGP Weltmeisterschaft herumgesprungen sind.
Dann wurden die Plätze getauscht, nun konnten
wir selbst die Leistungsfähigkeit auf einer sonst nur von Motocross-Maschinen zu bewältigenden Offroad-Strecke erleben.
Publikumsliebling Antonio Cairoli:
Nach unglaublichen 18 Jahren, 9 FIM-Weltmeistertiteln und 93 Grand-Prix-Siegen, beendete der Fahrer bei der Red Bull KTM Factory seine Karriere Ende 2021.
Um dann beim alten Arbeitgeber die Rolle des Team-Chefs zu übernehmen.
Der Sizilianer bleibt also weiterhin ein wichtiger Teil in der KTM-Familie.
Er schlug 2004 in der Szene ein wie eine Bombe und stand fast zwei Jahrzehnte lang an der Spitze des Motocross-Sports.
„Tony ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was jeden Rennfahrer, jeden
Athleten und jede Person des öffentlichen Lebens ausmachen sollte: er setzte in seinem Sport neue Maßstäbe, durchdrang ihn mit seiner
Leidenschaft, seinem Engagement, beeinflusste andere und
inspirierte diese zum Träumen. Kann es etwas Besseres geben?“
Durch die elektronische Regelung der Dämpfer wird aus dem Ram TRX
auf Knopfdruck ein komplett anderes Auto. Die komfortable Alltagseinstellung verwandelt sich dann knackig-kernige in den Sportmodus, die Wahl von „Baja“ legt blitzschnell alle notwendigen Schalter für extrem schwierige Offroad-Strecken um.
Das Fahrwerk legt nun den Modus eines Rallye-Raid-Geländewagen auf der Dakar ein, lässt diesen RAM unbeeindruckbar und unfassbar
schluckfreudig durch tiefe Schlaglöcher rollen oder über
steile Sprunghügel hüpfen.
Robert
(„Bob“) Graczyk, Chef von RAM
International, kam aus den USA rübergeflogen.
Er überreichte den
RAM Award an die Sieger der
Qualifikationsrennen.
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