Eine starke Allianz zweier globaler Megaplayer aus Europa und China: Renault und Geely wollen Verbrennermotoren nicht einfach aufgeben

Na klar, die Welt wird immer kleiner, da sind Kooperationen mit anderen unter Umständen oder sogar unbedingt notwendig. Die neue Firma ist zu jeweils 50 Prozent im Besitzverhältnis beider Partner. In den geplanten 17 Fabriken soll alles für elektrifizierte Verbrenner vom Band rollen, Personenwagen und Nutzfahrzeuge.
                    von Achim Stahn

 

Eric Le von Geely kenne ich nur vom Sehen, Renault-Chef Luca de Meo schon gefühlt ewig lange.
Ich begegnete ihm immer wieder in seinen unterschiedlichen Funktionen bei Fiat (er steht hinter dem neuen 5ooer), Seat (er pushte die eigene Marke Cupra) und jetzt Renault (dort bringt er bald den R4 und R5 zurück). 

Mitte Oktober mal wieder zum Hintergrundgespräch in kleiner Runde mit meinen europäischen Kollegen von AUTOBEST auf der Pariser Automesse Mondial de l'Auto.
 
Luca de Meo (hier mit Designchef Gilles Vidal, rechts) gibt uns einen kurzen Ausblick in die Zukunft seiner Marken. Man kann es an seinem Gesicht sehen, da kommt noch viel mehr ...!     Fotos: Achim Stahn
 
 
Ernstes Gespräch über die aktuelle Situation bei den Lieferketten: Luca de Meo mit AUTOBEST Gründer Dan Vardie (links) und Jury-Mitglied Okan Altan aus der Türkei    

Der geborene Italiener ist ein echter Macher vor und hinter den Kulissen, meint, was er sagt.
Setzt das auch um.
Blickt mit offenen Augen in die Zukunft.
Nicht nur nach vorne, auch nach rechts und links.
Manchmal auch nach hinten – z.B. auf Renault-Kultautos wie R4 und R5 oder die 70er Jahre Sportwagen-Ikone Alpine, die er in Zukunft noch stärker beleben möchte.
In die Formel 1 hat er sie schon gebracht, da kommt bald noch einiges mehr.

Klar ist für ihn: die Zukunft heißt in den kommenden Jahren weltweit eben nicht „wir fahren nur noch reine Elektroautos”.
Auch nicht in Deutschland, in vielen Ländern Europas sowieso nicht.
 
Andere Automobihersteller sehen das anders (vielleicht sagen sie das auch nur in deutschen bzw. ihren Medien), Volkswagen, Mercedes-Benz oder Volvo gehören auch dazu.

Reale Visionisten

Die Renault Group und Geely sind keine Phantasten oder Mitläufer, die ihre Fahnen in einen vermeintlich grünen aber in Wahrheit nur lauen Wind hängen.
Beide Unternehmen wissen genau, was Privatleute (auch mit wenig Geld) und Unternehmen brauchen, halten deshalb an Verbrenner-Motoren fest. 

Zumindest für einige Länder weltweit. 
Natürlich auf dem neuesten Stand der Technik, supersparsam und mit allerlei Maßnahmen auch supersauber. 
Geeignet für synthetische Kraftstoffe ebenfalls, die ohne milliardenteure und ineffektive Investitionen das bestehende Netz von Tankstellen nutzen können.

Day 1: Viele Automarken sind mit dabei

Das neue Unternehmen wird ein komplettes Angebot für eigene Marken, Partner und später ganz sicher auch andere Automarken anbieten.
Vom ersten Tag an sind mit dabei:
- Renault
- Dacia
- Geely Auto
- Volvo Cars
- Lynk & Co
- Proton
- Nissan
- Mitsubishi
 
Ein sehr kluger Schachzug von Luca de Meo, denn das wird die Renault Group in windeseile auf ein ganz neues Format im weltweiten Automobilbereich heben.
Ganz klar, die Machtverhältnisse werden damit tüchtig durcheinander gewirbelt.
 
Mit deutlich höheren Verkaufszahlen und Umsätzen.
Das neue Unternehmen startet nicht in irgendeine von so genannten Experten prognostizierte Zukunft.
Nein, los geht es schon am ersten Tag mit garantierten Umsätzen, die ein Jahresniveau von mehreren Milliarden Euro erreichen werden.
Gut informierte Kreise sprechen von 15 Milliarden schon im ersten Jahr.
 
Folgende Technologien auf modernstem Level wird das gemeinsame Unternehmen unter anderem anbieten:
- Motoren
- Getriebe
- HEV-Systeme
- Batterien 
- Know How 
 


 

Dedicated to our englisch readers

Geely and Renault Group Sign Framework Agreement to Create Leading Powertrain Technology Company

Under the framework agreement, Geely and Renault Group will hold respective 50-50 equity stakes in the new company.

The new company will be a standalone global supplier of propulsion system solutions, producing next generation hybrid propulsion systems, and developing carbon free and low-emission technologies from five global R&D centres. At launch, the new company is expected to supply multiple industrial customers:
- Renault
- Dacia
- Geely Auto
- Volvo Cars
- Lynk & Co
- Proton
- Nissan
- Mitsubishi Motors
 
This is the first step.
Next step: this partnership could also offer powertrain technologies to other car brands.

New plants and new jobs

The new company is planned to operate 17 powertrain plants in 3 continents, employing around 19,000 people in total. 
It will have a combined capacity of over 5 million internal combustion, hybrid and plug-in hybrid engines and transmissions per year, supplying over 130 countries and regions. 

Breathtaking: The new company’s joint product portfolio and regional footprint could offer solutions for 80% of the global ICE market.

News of this agreement has coincided with a Renault Group Capital Market Day in Paris, at which the Group has outlined a range of initiatives to speed-up its transformation and shared its mid-term financial outlook.

Luca de Meo, CEO Renault Group: 
“As Renault Group accelerates with its Renaulution transformation to capture value on the entire new automotive value chain, we are pleased to have agreed plans for an ambitious partnership with Geely to keep developing the ICE and hybrid engine technologies that will remain a critical part of the automotive supply chain for decades to come. We’ll be able to offer best-in-class powertrain and electrified solutions to multiple OEM brands worldwide, unleashing the market potential for this low emission technology.”
 
Eric Li, Geely Holding Group Chairman: 
 “Today’s agreement with Renault Group will enable the creation of a global leader in hybrid technologies to provide highly efficient advanced solutions for automakers around the world. We are looking forward to working together with Luca de Meo and his Renault team to make this partnership a reality. This agreement builds on our commitment to leverage our group wide technological expertise and brand portfolio to continue our pioneering journey in sustainability and value creation that leads to consumer excellence.”

The new company will welcome partners and shareholders attracted by the opportunity to contribute to industry-leading “cradle-to-grave” low and zero emission eco-systems worldwide.

This framework agreement is expected to lead to formal combination in 2023. 
Further details of the new entity are expected to be announced over coming months.

 

 

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