Auch Rolls-Royce ist auf dem Weg in das Zeitalter der Elektromobilität, erste Prototypen des Spectre sind auf Testfahrten weltweit unterwegs

Zum Jahresbeginn war der Wagen am Polarkreis bei tiefem Frost unterwegs, jetzt ist die sonnige Riviera in Frankreich dran. Von dort kommen unsere stark getarnten Erlkönigfotos.
    von Achim Stahn


In der Region rund um die Côte d’Azur in Südfrankreich legen die Testfahrer und Ingenieure laut Rolls-Royce 625.000 Kilometer zurück.
Ne ganze Menge, insgesamt soll das Testprogramm 2,5 Millionen Kilometer umfassen.
Zum Frankreich-Programm gehört auch der Autodrome de Miramas.
Die ehemalige Rennstrecke ist heute ein 60 Kilometer langes Testgelände.
Dort werden zahlreiche Haltbarkeits- und Systemstests durchgeführt.
Es gibt dort Beregnungsanlagen, enge Kurvenpassagen und Topspeed-Strecken.
 

Ausgeliefert werden soll der Spectre ab dem vierten Quartal 2023.
Die technischen Daten sind noch geheim, doch Gerüchte reden von je einem Elektromotor pro Rad. 
Das bedeutet Allradantrieb, unterstützt gleichzeitig die Allradlenkung.
Der Zweitürer ist mächtig lang, diese Maßnahme verbessert auch das Kurvenverhalten.
 









 

Testgelände Autodrome de Miramas



Wintertest am Polarkreis

Die Wintererprobung fand im und um das BMW-Testzentrum bei Arjeplog (Schweden) statt, rund 55 Kilometer vom Polarkreis entfernt. 

Dort testen alle Automarken schon seit Jahren gut geschützt ihre Fahrzeuge.
Wir haben dort schon viele Prototypen gesehen, die teils Jahre später auf den Markt kamen.
Oder auch gar nicht.
Den Porsche Cayenne auch.
Ungetarnt. 
 
Und das ging so:
Wir waren dort zu einem Fahrsicherheitstraining auf Schnee und Eis.
Von Freitag bis Sonntag.
Am Samstag Abend tauchten dann in der einzigen Kneipe vor Ort plötzlich zwei jüngere Männer auf, die sichtlich nicht zu den anderen Besuchern passten.
Auch, weil sie schwarze Jacken mit weißem Porsche-Emblem trugen.
 
Unsere Kameras lagen im Hotel, Handys hatte keiner dabei.
Kein Wunder, denn es war Frühjahr 2001.
Jedenfalls gingen wir die Treppen runter zum Ausgang, hofften draußen einen neuen 911er zu sehen.
Oder etwas ähnliches.
 
Denkste, da stand etwas sehr großes, schwarzes.
Der Cayenne, von dem wir schon gehört hatten.
 
Die beiden Porsche-Mitarbeiter oben bekamen schnell mit, dass da deutsche Journalisten feierten, sie ließen ihre Biere stehen, spurteten zum Auto und brausten mit tollem Sound davon.
Wir hatten gerade zum ersten Mal den Cayenne Turbo erlebt.


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