Kia-Chef Steffen Cost: „Ein reiner Elektroantrieb ist in unserer aktuellen Zeit nicht immer die beste Lösung“

Bei der Vorstellung der jüngsten elektrifizierten Kia-Modelle gab Deutschland-Geschäftsführer Steffen Cost neben einem Ausblick auf die breit angelegte Antriebsstrategie der Marke auch tiefe Einblicke in eine zuhöchst verunsicherte Welt der Autokäufer. Befeuert von vielen unwahren Vorurteilen.
von Achim Stahn  (Fotos: Florian Quandt)

Solche offenen Worte und Hintergrundinformationen haben wir eigentlich von den Verbänden der deutschen Automobilhersteller (VDA) und Importeure (VDIK) oder vom ADAC mit seinen etlichen Millionen Mitgliedern erwartet.
Doch was kam von dort: nichts, gar nichts, nicht mal ein flaues Windchen.
Das ist unakzeptabel und zugleich beschämend für die hervorragend bezahlten Chefs mit reichlich eigenen Experten hinter sich.

Völlig ohne Grund, denn ein schlechtes Gewissen muss dort keiner haben.
Oder haben die sich das einreden lassen, vielleicht sogar mit hocherhobener Hand?
Scheint jedenfalls so ähnlich zu sein.

Umweltfreundliche Modellpalette bei Kia: hier von links nach rechts Niro Plug-in Hybrid, e-Niro und Niro Hybrid

Kia-Geschäftsführer Steffen Cost ist nicht so einer.
Er hat keine Angst unbequeme Wahrheiten auf den Tisch zu legen.
Warum auch, geht es doch um die sichere Zukunft für uns alle in Deutschland.
Auch die der Autofahrer und Autohäuser.
Die absichtlich zu verunsichern und ihnen Schaden zuzufügen, das ist nicht okay.
Stattdessen sind Fakten und die jeweils richtigen Angebote nötig.


Kia: in der Elektromobilität seit langem eine treibende Kraft

- 2004 präsentierte die Marke eine Studie mit Brennstoffzellenantrieb
- 2009 ging in Korea der erste Kia-Hybrid in Serie
- 2011 das erste Modell mit batterieelektrischem Antrieb
- 2016 kamen Plug-in-Hybride hinzu
- 2018 dann 48-Volt-Mildhybride

Wie praxisorientiert Kia seine Palette elektrifiziert, zeigen auch die SUV e-Niro und e-Soul.
Sie fahren rein elektrisch im Idealfall bis 450 km weit.

Im europäischen Kia-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim präsentierte der Hersteller jetzt im Rahmen einer Fahrvorstellung neue elektrifizierte Modelle:
- Hybrid-Version des SUV Niro
- Plug-in-Hybrid-Version des SUV Niro
- Mildhybrid-Variante des SUV Sportage 1.6 CRDi mit 48-Volt-Technologie

Ella am Steuer: Der Kia Niro überzeugt mit modernster Umwelttechnik, auch Auftritt und Vernetzung sind hochwertig.

Die mobile Zukunft bei Kia

Kia-Deutschland Chef Steffen Cost erläuterte die breit angelegte Antriebsstrategie.
1. Kia treibt die E-Mobilität konsequent weiter voran.
Für 2019 wird europaweit bereits ein Anteil von 13 Prozent der Kia-Neuzulassungen erwartet.

2. Kia unternimmt weiter große Anstrengungen bei der Optimierung von Benzinern und Dieseln.
Steffen Cost:
„Noch für lange Zeit wird der überwiegende Teil der Neufahrzeuge in Deutschland mit einem Verbrenner ausgerüstet sein. Solange die Ladefähigkeit noch nicht voll entwickelt ist, und vor allem, solange rund die Hälfte des Stroms in Deutschland aus fossilen Brennstoffen erzeugt wird, ist ein reiner Elektroantrieb nicht immer die beste und sauberste Lösung.“

Coste ist ein praktisch denkender Mensch, weiß natürlich ganz genau, dass ein optimaler Antrieb ganz entscheidend von der Nutzungsart abhängt – zumindest heute noch.

1. Elektro-Auto
Ist für Berufspendler, die im Speckgürtel von Großstädten wohnen und ihr Fahrzeug zu Hause aufladen können, schon jetzt die richtige Wahl.

2. Diesel und Diesel mit Mildhybrid
Wer beruflich mehrere hundert Kilometer tagtäglich fahren muss, der ist heute mit einem Diesel besser bedient – vor allem in Kombination mit Hybrid- oder Mildhybridsystem.

3. Plug-in-Hybrid
Ideal für alle, die häufiger längere Strecken fahren, aber im städtischen Bereich, im Parkhaus oder nachts in Wohngebieten elektrisch-sauber und leise unterwegs sein wollen.

Für alle drei Nutzungsarten bietet Kia attraktive Fahrzeuge an.
„Wir werden bis 2025 rund 25 weitere Modelle und Varianten mit elektrifiziertem Antrieb einführen, auch unser erstes serienmäßiges Brennstoffzellenfahrzeug“, verrät Steffen Cost.

Mit Konzernschwester Hyundai ist Kia dem europäischen Schnelllade-Netzwerk Ionity beigetreten.
„Ab 2021 werden wir Elektrofahrzeuge mit 800-Volt-Ladesystemen ausstatten. Die schöpfen dann die maximale Ladeleistung der Ionity-Stationen von 350 Kilowatt voll aus. Aufladen der Batterie von 20 auf 80 Prozent dauert dann nur noch sechs bis acht Minuten – kaum länger als ein Tankstopp“, so Cost.





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