Die Sommerferien gehen zu Ende, für Kinder beginnt dann das neue Schuljahr

Besonders aufregend wird es für die Erstklässler – und deren Eltern - mit deren erstem Schultag. Damit der Schulweg nicht zur Herausforderung wird, gibt der Automobilclub von Deutschland (AvD) hier bei uns praktische Hinweise.


Die Statistiken verzeichnen einen deutlich höheren Anteil an Verkehrsunfällen von 6- bis 14-Jährigen in den Zeiten des Schulbeginns. 

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ereigneten sich im Jahr 2024 in der Zeit von 7 bis 8 Uhr 13 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Kindern. 

Das ist die Zeit des morgendlichen Schulwegs. Eltern sollten beachten, dass den Jüngsten noch die Kompetenzen zur Einschätzung von Geschwindigkeit, Entfernungen und komplexen Verkehrssituationen fehlt.


Routinen bei der Schulwegbewältigung müssen sich erst herausbilden. Die ab der ersten Klasse beständige, aktive Teilnahme am Straßenverkehr muss besonders in den ersten Wochen eingeübt werden. 

Der AvD empfiehlt deshalb Eltern, den Schulweg zunächst zusammen mit den Kindern, später dann eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. 
Wichtig: Die Wege sollten schon vor dem Schulstart abgegangen werden. 

Da Grundschulen oft im Wohnumfeld liegen, wird so der Orientierungssinn und die körperliche Fitness der Kinder gestärkt. 

Wie Straßen und Kreuzungen überquert werden, Gefahrstellen und sonstige Besonderheiten der Route zu bewältigen sind, ist aufzuzeigen und zu trainieren. 
Der kürzeste Weg muss dabei nicht immer der sicherste sein.

Laufbus statt Eltern-Taxi

Seit einigen Jahren bemühen sich viele Schulen mit Unterstützung von Eltern und Kommunen um den sicheren Gang zur Schule. 
So können nach der erwähnten Eingewöhnungszeit Grundschüler in Gruppen und gemeinsam mit Erwachsenen eine feste Route mit verbindlichen Abholzeiten laufen. 

Diese Form des Schulwegs wird als „Laufbus“, „Pedibus“, „Walkingbus“ oder „Schulbus auf Füßen“ bezeichnet. Auch hier geht es um die Einübung von sicherem Verhalten im Straßenverkehr. 

Eltern sollten bei ihrer Grundschule erfragen, ob eine solche Schulwegbegleitung angeboten wird. 
Zudem bieten viele Schulen sogenannte Schulwegpläne an, in denen die kritischen Stellen gekennzeichnet sind.

Durch solche Aktionen werden auch die Bring- und Abholstaus mit dem Auto vor den Schulen vermieden. 

Diese „Elterntaxis“ führen nicht selten zu Verkehrsgefährdungen, wenn sich Autos und Fußgänger vor den Schuleingängen unkoordiniert begegnen. 

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) empfiehlt deshalb Kommunen, Bring- und Hol-Zonen im unmittelbaren Umfeld von Schulen einzurichten. 

Allerdings muss klar sein, dass diese Maßnahmen kein Ersatz für sichere Schulwege sind. 
Sie können lediglich ein Bestandteil eines breiteren Mobilitätskonzepts sein.

Sicher mit dem Fahrrad

Die Deutsche Verkehrswacht fördert bundesweit die Fahrrad-Ausbildung. 
Eltern sollten wissen, dass Kinder erst im Alter von 9 oder 10 Jahren über viele Fähigkeiten verfügen, die es erlauben, mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilzunehmen. 

Erst dann sind die körperlichen und geistigen Entwicklungen so weit abgeschlossen, dass ein Rad vollends beherrscht werden kann. 
Die dann noch nötige Erfahrung, besonders bei Mehrfachanforderungen vermittelt die Radfahrausbildung im 3. und 4. Schuljahr.

Nach der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) müssen Kinder bis acht Jahre auf dem Gehweg radeln. 
Ein Elternteil darf dort auf dem Rad mitfahren. 

Bis zum 10. Lebensjahr ist die Radnutzung auf dem Trottoir noch erlaubt. 
Eltern müssen in dem Fall aber auf der Straße fahren. 

Der AvD empfiehlt beim Radfahren immer einen Helm zu tragen, Erwachsene sollten ihren Kindern dabei ein Vorbild sein. 

Völlig unverständlich, wenn man sich die Vielzahl von Sicherheitsvorschriften in unseren Autos anschaut: Rechtlich ist das Tragen eines Helms nicht verpflichtend vorgesehen

Auch das Rad selbst sollte mit funktionierender Licht- und Bremsanlage sowie zusätzlichen Reflektoren versehen sein. Spätestens im Herbst ist zudem helle Kleidung wegen der früher einsetzenden Dämmerung sinnvoll.


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