Wenn Elektroautos Feuer fangen, kann das böse enden

Wir alle kennen die Fotos vom brennenden Autotransporter „Fremantle Highway“ vor unserer Küste, auch das hat die Diskussion um die Brandgefahr von Elektroautos weiter entfacht. Offiziell heißt es auch seitens der Versicherer „alles im normalen Rahmen“, also nicht auffällig, doch unter vier Augen klingt das zumeist ganz anders. 
                     von Achim Stahn



So, wie bei den Betreibern der Schiffstransporter und Fähren. 
Oder werden da nur höhere Versicherungsprämien weitergeleitet an die Auftraggeber, die ihre Autos unbedingt an den Mann (in die Verkaufslisten) bringen wollen.
Der havarierte Auto-Frachter (Baujahr 2013) war auf dem Weg von Bremerhaven nach Singapur.
Mit deutschen Autos, auch von BMW und Porsche.
 
„Ím Fall des gerade komplett ausgebrannten Autotransporters ist noch nicht geklärt, ob es tatsächlich der Kurzschluss einer Batterie war, der für den Schaden verantwortlich ist.“ 
Das wird gerne behauptet, obwohl es Chat-Protokolle von Crew-Mitgliedern an Bord gibt, die das ganz eindeutig bestätigen.
So viele gab es nicht an Bord des rund 200 Meter langen Frachters mit 11 Autodecks. 
Insgesamt waren es 23 Mitarbeiter.
 
Ausgebrannte Überreste von Porsche-Modellen auf einem der oberen Decks der „Fremantle Highway“.
 
Das Feuer brach in der Nacht zum 26. Juli 2023 (Mittwoch) aus, schnell griffen die Flammen weiter um sich, verzweifelt und voller Todesangst stürzten sich sieben Crewmitglieder vom Deck in die Tiefe.
Bis zur Wasserfläche sind das 30 Meter.
Einer überlebte den Sprung nicht, die anderen wurden aus dem Wasser gerettet.
Von den knapp 3.783 Fahrzeugen auf dem Schiff waren etwa 500 Stromer.
Der entstandene Schaden soll bei über 500 Mio. Dollar liegen.
 
Scheinbar Glück im Unglück: Das Bergungsunternehmen teilt mit, dass die vier unteren Decks wenig beschädigt sind. Die Fahrzeuge dort wohl noch irgendwie zu nutzen sind.
Darunter auch E-Modelle.
Die Decks sechs bis elf sollen hingegen zerstört sein.

Nicht zum ersten Mal ...

Bereits im vergangenen Jahr geriet vor den Azoren ein Autotransporter in Brand, sank kurze Zeit später mit rund 4.000 Fahrzeugen verschiedener Marken des VW-Konzerns, darunter auch E-Autos und Plug-in-Hybride.
Das Wrack liegt jetzt in 3.000 Metern Tiefe.
Das ein einziges E-Auto dafür gesorgt hat, wäre natürlich eine Katastrophe.
Vor allem für Volkswagen, die wie keine andere Marke alle Verbrenner auf Abstellgleise verbannen möchte.
Da ist es natürlich gut, wenn angebliche Experten behaupten, dass die „Feuergefahr bei Elektroautos deutlich geringer als bei Verbrennern ist“.
 
Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft kann keine Häufung von E-Auto-Bränden erkennen. 
Ebenso ist es beim Deutschen Feuerwehrverband. 
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, denn hohe Prämien und .... kann auch erfreuen.

Quarantäne-System für E-Fahrzeuge nach einem Brand: Rescue-E-Bag von Weber Rescue Systems

Muss ein batterieelektrisches Fahrzeug gelöscht werden, stellt das die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen. 
 
Die Problematik: 
- Die Antriebsbatterie steckt in einem luft- und wasserdichten Gehäuse
- es besteht die Gefahr, dass sich nach dem Löschen, das Feuer erneut entzündet
- aus letzterem Grund sind Unmengen von Wasser zur Kühlung notwendig
 
Daher wurden mittlerweile neue Brandbekämpfungsmethoden entwickelt. 
Dazu gehören etwa:
- ein spezieller Löschsack 
- Löschlanzen, mit denen direkt in die Batterie „gestochen“ werden kann. 
- Brandbegrenzungsdecken wie sie auch im Umgang mit Hochöfen verwendet werden




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