Prototypenfertigung: der rein elektrische Renault 5 auf dem Weg zum Serienmodell

Bevor ein Fahrzeug in die Hände von Käufern gegeben wird, durchläuft es erst einmal eine längere Zeit im getarnten Prototypenstadium. Danach geht es im realen, weiter getarnten Auftritt in der ebenfalls lange andauernden Endabnahme unter allen denkbaren Temperaturbedingungen Richtung Produktionsstart.
                      von Achim Stahn

 

Das ist auch beim neuen R5 nicht anders. 
Der rein elektrische Wagen entsteht im Renault Technocentre bei Paris in der Prototypenfertigung von der Studie zum Serienmodell. 

In der streng abgeschirmten Fabrik im Miniformat werden die ersten Fahrzeuge von Hand gebaut.
Ziel ist, im Vorfeld alle Vorgaben auf Richtigkeit zu prüfen und das höchstmögliche Qualitätsniveau im zukünftigen Fertigungsprozess sicherzustellen. 
Der R5 rollt demnächst im Renault-Werk Douai in Nordfrankreich vom Band. 
Einer der modernsten Produktionsstätten weltweit.
Früher Heimat legendärer Modelle wie R5, R14, R19, R21, Megane und Scenic – heute eine Hightech-Fabrik für die elektrifizierte Autos. 
Dort werden auch die Batterien für Elektroautos gefertigt.
 

Das vor 25 Jahren gegründete Prototypenzentrum ist einzigartig. 
Nur wenige Automobilherstellern nutzen eine vergleichbare Anlage, in der Montageverfahren und -prozesse wie in einer normalen Autofabrik simuliert werden. 
Ein wichtiger Vorteil für die spätere Serienproduktion. 
Im Vorfeld werden Komplikationen und Zeiträuber herausgefiltert. 
Das spart später wertvolle Stunden und Kosten.
 

Schritt 1: die „Mules“

Vor der Serienproduktion entstehen im Prototypenbau die so genannten „Mules“ („Maultiere“).
Sie sind technisch identisch mit dem zukünftigen Serienmodell, sehen jedoch in der Regel zur Tarnung ganz anders aus.
Die seit Oktober 2021 gefertigten Mules des R5 rollten zur Tarnung im Look des Renault Clio über abgesperrte und öffentliche Straßen.
 

Schritt 2: die „Vehicle Check“ Prototypen

Im nächsten Schritt folgen sie im Design der zukünftigen Serienversion. 
Ebenfalls getarnt sind sie auf europäischen Straßen unterwegs. 
Die Testfahrzeuge des Renault 5 befinden sich aktuell schon sehr weit Richtung Ziel, dem Produktionsstadium.
 
Insgesamt entstehen in der Prototypenfertigung über 60 Fahrzeuge des vollelektrischen R5. 
Die werden zum Teil unter extremen Bedingungen getestet.
Auch im verschneiten Lappland bei großer Kälte.
Hitze, bergiges Gelände und lange Strecken gehören ebenfalls zum Programm.
Geht es um Modelle für den Weltmarkt, dann natürlich auch im extrem heißen Death Valley in den USA oder in den Wüsten Arabischer Länder.

Die dabei gesammelten Ergebnisse sorgen für den finalen Feinschliff der Serienproduktion. 

Weitere Fotos aus der Prototypenfertigung








 

 

 

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