Mobilität ist ein Grundpfeiler für das Funktionieren unserer Welt. Ohne Lieferverkehr würden auch Supermärkte oder Apotheken leer sein. Wer sich für eine Karriere im Kfz-Gewerbe entscheidet, leistet damit auch einen wichtigen Beitrag, um unsere Welt am Laufen zu halten. Technisch und kaufmännisch bieten die Ausbildungszweige hervorragende und zukunftssichere Möglichkeiten, sich zu verwirklichen.
von Achim Stahn
2021 haben rund 25.000 junge Menschen eine Kfz-Ausbildung gestartet, doch die Nachfrage in den Betrieben ist deutlich höher.
Gesucht werden in unserer Region Azubis, die sich für Autos, Motorräder, Nutzfahrzeuge und Technik begeistern, kreativ denken, technisch begabt und kommunikativ sind.

Auch morgen gibt es viel zu tun
Nicht ohne Grund, denn immer mehr Autos sind auf unseren Straßen unterwegs.
Die Zahl der in Deutschland angemeldeten Pkw erreichte am 1. Januar 2022 laut KBA mit rund 48,54 Millionen den höchsten Wert aller Zeiten.
Im Laufe des Jahres ging es tüchtig weiter.
Bis Ende 2022 wurden bei uns 2,65 Millionen Neuwagen zugelassen.
Für Autohäuser und freie Werkstätten ein gutes Signal, denn das verspricht viel Arbeit in den kommenden Jahren.
Gestiegen ist zudem die Zahl der Fahrzeuge mit alternativem Antrieb.
Langweilig wird es auch deshalb für alle in der Autobranche nicht.
Das reicht vom rein elektrischen Modell (BEV), über Mildhybrid, Vollhybrid und Plug-in-Hybrid (PHEV) bis Brennstoffzelle, Gas- oder Wasserstoffantrieb.
Bei vielen Jugendlichen steht das nicht so im Fokus.
Leider.
Denn Haupt- und Realschüler oder Abiturienten treffen mit einem modernen Autoberuf eine sehr gute Wahl. Auch für die Zukunft, denn bestens ausgebildete Fachkräfte werden in den kommenden Jahren stark gefragt und gut bezahlt. Hervorragende Aufstiegschancen inklusive.
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Jugendliche können in Deutschland unter 350 verschiedenen
Ausbildungsberufen wählen. Die in der Autobranche sind zwar besonders beliebt, doch es fehlen immer noch genügend Azubis. Foto: Edda Stahn |
Kfz-Mechatronikerin & Kfz-Mechatroniker
Der Beruf ist bei Jungs nach wie vor der Spitzenreiter, wenn es um Ausbildungsberufe geht.
Bei Mädchen rangiert er auf Platz 58 ziemlich weit hinten.
Im Kfz-Handwerk liegt deren Anteil dort bei 2,3 Prozent, in der Industrie bei gut acht.
Doch hier ist ein Wandel zu sehen.
Früher eine reine Männerdomäne, interessieren sich immer häufiger technisch interessierte junge Frauen für diesen Beruf.
Laut einer Studie von Bärbel Bertram („Lippenstift und Motoröl“) fanden viele den Zugang über das Elternhaus und Bekannte.
Im Ausbildungsalltag stehen die Mädchen vom Können und den Noten ihren Kollegen in nichts nach, sind oft sogar besser.
Zum Beispiel weil die Arbeitsplanung leichter fällt und sie ein besseres Händchen für Feinarbeiten haben.
Bärbel Bertram:
„Die Hürde zu einem technischen Beruf existiert eher im Kopf. Wenn die meisten Freundinnen eine Ausbildung im Büro vorziehen, dann braucht es viel Selbstbewusstsein, stattdessen im Blaumann in der Werkstatt zu arbeiten.”
Nicht zu vergessen sind die Verdienstmöglichkeiten, die oft über denen typischer Frauenberufe liegen, plus viele Wege, sich weiter zu qualifizieren.
Natürlich muss der Experte für alle Reparatur-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten weiter schrauben, doch die Arbeit am Auto erfordert heute genaue Kenntnis von Mess- und Diagnosegeräten.
Köpfchen ist gefragt.
Wer Spaß am Computer hat, kann das hier gut anwenden. Nicht nur zum Auslesen von Steuergeräten.
Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre.
Nach dem ersten erfolgt eine Spezialisierung in einem von fünf Schwerpunkten:
- Pkw-Technik
- Nutzfahrzeugtechnik
- Motorradtechnik
- System- und Hochvolttechnik
- Karosserietechnik
Wer sich nach der Ausbildung weiterbildet, wird vielfach belohnt, mit mehr Geld ebenso.
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| Freundlicher Kundenempfang im Toyota/Nissan-Autohaus DiT Göttingen. Foto: Edda Stahn |
Automobilkauffrau & Automobilkaufmann
Der innerbetriebliche Ablauf muss im Kfz-Betrieb
reibungslos funktionieren.
Für Rechnungs- und Auftragsbearbeitung,
Finanzierung und Versicherung von Fahrzeugen, Bearbeitung von
Kundenanfragen oder Büroorganisation sind auch ein umfangreiches
Fachwissen und Ehrgeiz nötig.
Dieser Beruf ist für Sie und Ihn
gleichermaßen attraktiv.
Die Allrounder durchlaufen während der dreijährigen Ausbildung alle Abteilungen und Bereiche: Serviceannahme, Teiledienst, Werkstatt, Kundenempfang und Verkauf. Entsprechend abwechslungsreich gestaltet sich der Aufgabenbereich.
Wer Kompetenz und Freundlichkeit nicht als Fremdworte sieht, Interesse am Automobil und der Branche hat, wird einen hervorragenden und gut bezahlten Arbeitsplatz mit Aufstiegschancen vorfinden.
Wer will, bildet sich zum geprüften Automobilverkäufer weiter.
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Foto: Timo Volz
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Automobilverkauf
Der Beruf des Autoverkäufers hat sich in den vergangenen Jahren vor
allem in Bezug auf das Technikwissen deutlich gewandelt.
Doch weiterhin
spielt hier neben der Kompetenz kommunikatives und freundliches (auch
emotionales) Verhalten eine sehr wichtige Rolle.
Gute Verkäufer müssen
aktiv sein, auf Besucher des Autohauses zugehen, zuhören, individuell
abholen und begeistern.
Aufmerksam und wachsam zu sein, ist ganz
wesentlich, nur so lassen sich die Wünsche und Vorstellungen des/der
Gegenüber ergründen.
Jedes Verkaufsgespräch ist anders, um die richtigen
und zielgerichteten Fragen stellen zu können ist Erfahrung wichtig, das
kann man in der Regel nicht am ersten Tag perfekt.
Wer die Weiterbildung zur geprüften Automobilverkäuferin bzw. zum geprüften Automobilverkäufer einschlagen will, muss nicht unbedingt eine Erstausbildung zum Automobilkaufmann haben.
Dies steht auch Bewerbern aus anderen technischen und kaufmännischen Berufen offen. Ob gebrauchte und neue Autos, in dieser Funktion geht es neben Beratung und Verkauf auch um Marktanalysen, Ausarbeitung von Finanzierung und passenden Leasingraten.
In Zeiten des Internet informieren sich viele, bevor sie ein Autohaus betreten. Kennen sowohl Technik und Preise bei anderen.
Eine Strategie zum Verhandeln haben viele auch im Kopf. Nun kommt von der Seite des Verkäufers Taktik und Cleverness mit ins Spiel, eine spannende Aufgabe, die auch immer mehr Frauen begeistert.

Karosseriemechanikerin Karosseriemechaniker
Neben fachmännischer Instandsetzung, Herstellung, Wiederherstellung und Lackierung wird hier auch gelernt, mit der Elektrik bzw. Elektronik sicher umzugehen.
Bei Personenwagen oder Nutzfahrzeugen. Ein attraktiver Bereich in dieser Sparte ist der Umgang mit sehr (Oldtimer) und nicht ganz so alten Fahrzeugen (Youngtimer).
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre, wer will, kann sie verkürzen.
Sie teilt sich in zwei Fachrichtungen:
- Karosserieinstandhaltungstechnik
- Karosserie- und Fahrzeugbautechnik
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Reifenwechsel im Toyota/Nissan-Autohaus DiT Göttingen. Foto: Edda Stahn
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„Initiative Autoberufe”
So heißt die Nachwuchssuche vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) und Autoherstellern. Um junge Menschen für eine Ausbildung im Kfz-Gewerbe zu begeistern.
Da bedarf es natürlich vieler Ideen. Auf einer Tagung mit den Kfz-Landesverbänden standen Anfang Februar in Mannheim Social Media und Betriebspraktikum im Mittelpunkt.
Mit dabei 20 Schülerinnen und Schüler aus neunten und zehnten Realschulklassen. Sie vermittelten mit Auszubildenden aus der Region einen authentischen Eindruck, wie Jugendliche heute ticken.
Dass dort Instagram und Tiktok, Youtube und Snapchat wichtig sind zeigt wo die Nachwuchssuche Sinn macht. Auf Facebook eher nicht, das ist eindeutig (!) out.
Auch wenn es um Informationen zu Möglichkeiten für ein Praktikum geht, setzen Schüler oft auf Social-Media. Doch nach wie vor vertrauen sie auf die Empfehlungen und Ratschläge der Eltern, Lehrer, Freunde und von Bekannten.
Social-Media
Dieser Kanal wird bei der Suche nach Nachwuchs leider viel zu wenig genutzt. Richtig gemacht, kann dies sehr erfolgreich sein.
So erzielte der Tiktok-Kanal vom ZDK plus verknüpfte Social-Media-Kanäle im vergangenen Jahr knapp 20 Millionen Kontakte.
Wer sich für Autos, PS und Technik interessiert, ist bei #wasmitautos genau richtig.
Ein guter Ansatz für Kfz-Betriebe selbst kreativ zu werden.
Laut einer aktuellen Studie lassen sich 65 Prozent der Schüler am ehesten von einem Clip ansprechen, wenn sie nach einem Ausbildungsplatz suchen.
Wichtig dabei: kurze Filme und authentisch.
Daher die eigenen Mitarbeiter und vor allem Auszubildende mit einbinden.
Dafür reichen anfangs ein Smartphone plus kostenlose Apps zur Bearbeitung.
Das ist auch ein wichtiger Faktor zum Teambildung.

Betriebspraktikum
Eines der besten und bewährtesten Mittel für Schüler den Traumjob und für Betriebe den geeigneten Nachwuchs zu finden.
Schon vor Beginn der Ausbildung wird jedem schnell klar, ob der Jugendliche zum Betrieb und Team passt, sich im Arbeitsalltag bewährt.
Birgit Behrens, Geschäftsführerin der Abteilung Berufsbildung im ZDK:
„Studien belegen, dass aus 85 Prozent der Praktikanten später Auszubildende werden.“
Hilfreicher Betriebefinder
Dieser ermöglicht allen, die sich für eine Ausbildung im
Kfz-Gewerbe interessieren, gezielt nach solchen Betrieben im Umkreis zu
suchen.
Alle Innungsmitglieder können sich dort
kostenlos eintragen, so gute Kontakte knüpfen.
Zu finden hier:
www.wasmitautos.com |
Der Bereich Motorrad ist ebenso zukunftssicher. Durch die E-Mobilität und steigende Nachfrage hin zu individuellen Custom-Bikes superspannend gerade auch für Kreative.
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