Das Interesse an gebrauchten E-Autos ist bei uns bislang eher verhalten.
Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) veröffentlicht mit dem
DAT-Report einmal im Jahr exakte und repräsentative Fakten über die
automobilen Befindlichkeiten in unserem Land. Auch zum
Markt für gebrauchte Stromer. Der steckt laut gesammelten Fakten in der Ausgabe 2023 noch in den Kinderschuhen und ist für viele uninteressant.
von HaJo Rummel
Die Frage
„Würde für Sie beim nächsten Autokauf ein gebrauchtes reines
Elektrofahrzeug (BEV) grundsätzlich in Frage kommen?“, beantworteten nur wenige mit Ja:
- 10%
der Käufer von Neuwagen
- 14% der Käufer von Gebrauchtwagen
Weitere 45% der Neu- und
28% der Gebrauchtwagenkäufer stehen einem neuen BEV offen gegenüber.
39% der Neu- und 46% der Gebrauchtwagenkäufer lehnen ein E-Auto grundsätzlich ab.
Aus den unterschiedlichsten Gründen, vor allem aber wegen fehlender Auflademöglichkeiten daheim.
Und natürlich auch aus Sorge um den Zustand der Batterie.
Denn ein Ersatz kostet schnell mal 10.000 Euro und mehr.
Für E-Autos ist die Batterie ein zentraler wertbeeinflussender Faktor.
So wie die Laufleistung, die Auswirkungen auf den Verschleiß
jedes Fahrzeugs hat.
In diesem Zusammenhang ist die Antwort auf folgende
Frage interessant:
„Wäre für Sie beim Kauf eines gebrauchten
Elektrofahrzeugs ein Zertifikat einer unabhängigen Institution über den
Zustand der Batterie wichtiger als die bisherige Laufleistung
(Kilometerleistung) des Pkw?“
Obwohl ein Batteriezertifikat im deutschen
Markt noch nicht einheitlich verfügbar ist, räumten je 20% beider
Käufergruppen diesem Dokument einen höheren Stellenwert ein als nur der
Laufleistung (8% bzw. 9%).
Die Kernaussage der Befragung ist allerdings,
dass die Mehrheit beide wertbeeinflussenden Faktoren, (Laufleistung und Zertifikat) in hohem Maße für gleich wichtig erachtet:
- 61% der Neuwagenkäufer
- 53% der Gebrauchtwagenkäufer
Der
Markt für gebrauchte E-Autos ist noch klein.
Natürlich auch wegen der noch vergleichbar wenigen Fahrzeugen auf unseren Straßen.
2022 betrug ihr Anteil
an den Pkw-Neuzulassungen 17,7 Prozent.
Das Angebot Gebrauchter wird daher in den kommenden Jahren langsam steigen.
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Dr. Martin Endlein, einer der Autoren des DAT-Reports:
„Gebrauchte E-Autos waren 2022 auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch in
der Minderheit. Gerade mal 1,2% oder knapp 69.600 der 5,6 Mio.
Besitzumschreibungen hatten einen rein batterieelektrischen Antrieb. Das
wird sich in naher Zukunft ändern. Denn auf dem Neuwagenmarkt gibt es
eine Vielzahl dieser Pkw, die sich zeitversetzt auf dem
Gebrauchtwagenmarkt wiederfinden. Mit welcher Geschwindigkeit ist
allerdings fraglich. Die Unsicherheitsfaktoren sind vielen Käufern
bislang noch zu groß. Auch das viel diskutierte Thema Leasing von
gebrauchten rein batterieelektrischen Fahrzeugen spielt hierbei eine
Rolle. Allerdings können sich diese Form der Nutzung bzw. Anschaffung
zurzeit nur 9% der Neu- und 8% der Gebrauchtwagenkäufer vorstellen.“
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