Automobilindustrie will 2023 endlich wieder wachsen

Der Branchenverband ACEA rechnet in seiner gerade veröffentlichten Prognose im Jahr 2023 in der EU mit rund 9,8 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Im Vergleich zu 2022 entspricht das einem Plus von 5 Prozent.
            von Holger Osterhuus

 

Eine positive Zahl und damit Nachricht, doch immer noch weit unter Normalzeiten. 
Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 liegen die erwarteten Absatzzahlen 25 Prozent niedriger. 
 
Eigentlich sollte es deutlich besser werden, denn die Kaufnachfrage ist gut.
Doch immer noch nicht komplett überwundene Lieferkettenprobleme (da rächt sich natürlich auch das von „Profis” propagierte 'just in time' Konzept ohne Lager mit Vorräten), Mitarbeitermangel in der Logistik und die unsichere wirtschaftliche Situation durch den Ukraine-Krieg hemmen die Produktion weiter.
In Krisenzeiten zeigen sich echte Profis, leider sind da nicht viele zu sehen.
Daher gab es auch nirgendwo einen Plan B oder C.
Und wieder einmal wollen sich etliche durch andere bereichern. 
Das betrifft vor allem den geplanten Umgang mit den Autohändlern.
 
Kundenfreundlich: wer ein Fahrzeug kaufen will, ist im Autohaus immer besser aufgehoben als in irgendeinem Online-Verkaufskanal.       Foto: Timo Volz/ZDK

 
Allerdings: Auch gierige Entscheider bei den Autokonzernen haben ihren Anteil an der allgemeinen Liefersituation.
Laut gut informierter Branchenkritiker handeln die nach dem folgenden Motto:
 „besser ein teures Auto verkaufen als zwei günstige, damit mehr Geld verdienen”.
 
Auch daher schreiben die Konzerne bei uns Milliardengewinne.
Sie verdienen mehr als zuvor, auch weil:
- Händler weniger für ihre Arbeit bekommen 
- Käufer deutlich tiefen in die Tasche greifen müssen
Die Preise von vor drei Monaten sind heute schon zumeist veraltet.
Glücklicherweise beteiligen sich nicht alle Marken an diesem menschenverachtenden Spiel.
 
Oft mies ist die Behandlung der Händler, die bisherige Basis ihres Erfolgs.
Ohne Händler gab es bislang keine Autoverkäufe.
 
Doch das wollen die „Profis” ganz weit oben in den Konzernen nun ändern.
Die Händler sollen langsam vom Verkauf ausgeschlossen werden.
Wer ein Auto haben will, soll gefälligst online bestellen.
Sich also stundenlang durch irgendwelche Programme wühlen und mit bunten Werbebildchen veräppelt werden. Ohne persönliche Beratung und kompetente Ansprechpartner. 
 
Das dies die meisten wollen, steht für viele Auto-Bosse fest.
Dazu sagen wir nur: träumt weiter, andere warten schon auf Eure Händler!!!
 
Das Verhalten bedeutet im Klartext:
1. unwürdige Behandlung der Händler („der Mohr hat seine Schuldigkeit getan”)
2. miese Behandlung der Autokäufer

 

 

 

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