Dieser Polo macht am meisten Spaß: Der Wolfsburger Kleinwagen ist als GTI besonders fit auf Kurvenstrecken

Schon seit 1998 gibt es den Polo als Topmodell mit dem legen­dä­ren GTI-Kürzel. 120 PS mobi­li­sierte der 1,6 Liter-Vierzylin­der – damals beeindruckend im Vergleich zum Basis-Polo mit 50 PS. Heute ist die Leis­tungsspreizung ähnlich, doch stellt das kleinste Ag­gre­gat in der über vier Meter lan­gen 6. Gene­ra­ti­on nun 80 PS bereit.
     von Isabel Ermisch
 
Das Top­mo­dell der Baureihe mit den be­rühmten drei Buch­staben GTI (ab 32025 Euro) befeuert ein Zweiliter-Vier­zy­lin­der mit 207 PS.
Sein maximales Drehmoment erreicht das ausgereifte Hightech-Triebwerk bei 320 Newtonmetern. 
Damit über­springt der mittler­wei­le gar nicht mehr so kleine Wolfs­burger in 6,5 Se­kunden die 100er Markierung auf dem Tacho, drückt einen feste in die schicken Karo-Sitze. 
Und natürlich ist dieser Power-Polo auch ein unglaublicher Kurvenflitzer.
 
Ebenso beeindruckend, wie souverän er selbst auf der bei hohen Geschwindigkeiten sehr anspruchsvollen Kasseler Kurvenstrecke stoisch weiter der jeweiligen Spur möglichst weit rechts folgt.
Da sind die meisten "Verfolger" am Heck bald nicht mehr zu sehen.
Hier spielt die serienmäßige elektronische Differenzialsperre XDS tüchtig mit.
Denn sie vermindert die Neigung zum Untersteuern – in sportlich gefahrenen Kurven natürlich ein großer Vorteil. 
 
Ach ja, gut klingt der Wagen aus seinen beiden Auspuffrohren auch.
Innen sogar besser als außen, gut so!

 
Erster Eindruck nach dem Platznehmen: sportliche Atmosphäre auch innen, geräumiger Raumeindruck und Fahrspaßatmosphäre.
Ordentlich ausgefallen ist auch der Laderaum mit 355 bis 1.125 Liter Volumen.

Leider nur mit Automatik

Wer ihn am liebsten als Hand­schalter will, wird enttäuscht. 
Nur das VW ei­ge­ne Doppel­kupp­lungs­getriebe DSG ist möglich. 
Das schal­tet jedoch so schnell und un­merk­lich durch die sie­ben Gänge, wie man es sel­ber nie könnte. Dank Schaltwip­pen am Lenk­rad ist die Gang­wahl jederzeit selber zu be­stim­men.
 
Trotz der Leistung überzeugt der GTI mit Effizienz und mo­deratem WLTP-Verbrauch. 
Der liegt kombiniert bei 7,1 Liter Su­per­ (CO2: 161 g/km). 
Am Test­ende no­tier­­ten wir trotz oft zü­giger Gang­­art knapp acht Liter. 
Da­bei halfen das relativ nie­dri­ge Leer­ge­wicht (1.286 kg) und vor allem mein konse­quent vor­aus­schauend ein­gesetzter rech­­­ter Fuß.
 
In Leder: Multifunktions-Sport-Lenkrad mit Schaltwippen und Fahrprofilauswahl

Hightech an Bord

Heute spielen Assis­tenz­syste­me eine immer grö­ßere Rol­le. 
Auch beim sportlichen Polo. 
Sie können hier vom Stand weg bis hinauf auf 210 km/h das Lenken, Brem­sen und Be­schleunigen über­neh­men. 
Damit ist er nicht kon­kur­renz­los – in dieser Klasse sucht man jedoch länger, bis ein so umfangreich ausgestat­te­ter Wagen gefunden wird. 
Gera­de beim Stop-and-go-Ver­kehr lernt man das selbstständige Anfahren und Ab­bremsen schnell zu schätzen.
 
Weniger sinnvoll erschienen uns die Hin­weise im Bord­com­­pu­ter, die sich etwa darin äußern, dass man re­gelmäßig darauf auf­merksam ge­macht wird, mit ge­schlossenen Schei­ben zu fahren, weil das den Verbrauch redu­zie­rt.
Et­was zu gut meinte es auch der Frontkollisionswarner.
Bei en­geren Verkehrsver­hält­nis­sen warnte er über­mäßig früh vor einem Zu­sam­menstoß, auch wenn z.B. der auf der Fahrspur ge­parkte Pkw noch relativ weit ent­fernt war.





Typisch GTI: rot lackierte Bremssättel

 

 

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