Buchtipp: ein Roadtrip über die Route 66 in den USA
Wir haben uns durch das
Neuheiten-Angebot in den hiesigen Buchhandlungen zum Thema
Fahrzeuge auf zwei und vier Rädern gekämpft, stellen hier ein
lesenswertes Exemplar kurz vor.
An kaum einem anderen Ort ist das automobile Erbe der USA so präsent wie auf der weltberühmten Ost-West-Route.
Fotograf André Poling setzt dem „amerikanischen Traum“ nun ein weiteres Denkmal.
Seine eindrucksvollen Fotografien begleiten lebendige Texte von Sabine Weiß.
Neben der Route 66 und deren Sehenswürdigkeiten in der Nähe stehen hier auch Automobile aller Art im Fokus.
Angereichert mit Texten von US-Car-Experte Sönke Priebe entsteht ein opulentes Roadmovie, das
Autofans mit dem American Way of Life begeistert.
Angereichert mit Texten von US-Car-Experte Sönke Priebe entsteht ein opulentes Roadmovie, das
Autofans mit dem American Way of Life begeistert.
Daten und Fakten
Verlag: Motorbuch Verlag
Autoren: Sabine Weiß und André Poling
Buchtitel: Route 66
Ein Roadtrip durch das Automobile Herz der USA
ISBN: 978-3-613-04436-4
Seitenzahl: 208
Buchtitel: Route 66
Ein Roadtrip durch das Automobile Herz der USA
ISBN: 978-3-613-04436-4
Seitenzahl: 208
Bilder: 300
Format: 23 cm x 26,5 cm
Preis: 29,90 Euro
Format: 23 cm x 26,5 cm
Preis: 29,90 Euro
Die Geschichte der Route 66
Sie basiert auf den Pionieren, die sich seit 1857 ihre Wege Richtung Westen bahnten.
Auf Staubpisten drängten sie mit ihren Pferdewagen westwärts.
Auch die Eisenbahnlinien waren Vorläufer, die sich am »National Old Trails Highway« orientierten.
Mit der Zunahme von Automobilen – 1913 lief der erste Ford-T vom Band – wuchs der Bedarf an Straßen.
1923 wurde der erste nationale Highway eingeweiht, er verband New York und San Francisco.
Die Route 66 wurde am 11. November 1926 eröffnet.
Sie zieht sich durch die acht Bundesstaaten Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexiko, Arizona, Kalifornien und kreuzt dabei gleich drei Zeitzonen.
Als Vater der Route 66 gilt der Verkehrsexperte Cyrus Stevens Avery.
Er setzte sich stark für eine Ost-West-Verbindung ein.
Erste einfache Unterkünfte, kleine Motels, Drive-Ins und Tanzbars entstanden an der Strecke.
Anfangs waren erst 800 Meilen asphaltiert, meist in und um die Großstädte herum.
Viele Streckenabschnitte bestanden aus Sand oder waren mit Holzbohlen befestigt.Im Laufe der Jahre wurden immer neue Asphaltschichten aufgetragen.
Die sind zum Teil noch heute zu finden.
Die Endpunkte in Chicago und Los Angeles verschoben sich immer wieder.
Auch die Streckenführung wurde ständig angepasst.
Weshalb die genaue Länge schwer anzugeben ist.
Allgemeinen gilt: 2.451 Meilen, das sind knapp 3.945 Kilometer.
Während der Großen Depression von 1929 bis 1946 war die Route 66 berühmt, weil auf ihr einerseits geschätzte 210.000 Arbeitssuchende aus den von Hungersnöten gezeichneten US-Oststaaten ins boomende Kalifornien flohen, außerdem brachte der damals forcierte Straßenausbau viele Arbeitslose in Lohn und Brot.
1937 war sie dann von einem zum anderen Ende asphaltiert.
Tausende Familien verdanken ihr Leben der Route 66.
Daher stammt auch der Spitzname »The Mother Road«.
John Steinbeck veröffentlichte 1939 seinen Roman »Früchte des Zorns«, der ergreifend das Schicksal einer Familie schildert, die vor den Staubstürmen der dreißiger Jahre, nach Kalifornien flieht.
Darin bezeichnet auch er die Route 66 als »Mother Road«.
1940 wurde das Buch von John Ford mit Henry Fonda in der Hauptrolle verfilmt.
Das Goldene Zeitalter der Route 66 begann mit dem Kriegsende 1945.
Wirtschaftlicher Aufschwung und Reiselust trieben die Menschen auf die Straße.
Der Wettbewerb unter der Tourismus-Unternehmen stieg an.
Komfortable Unterkünfte mit Pool, TV, Klimaanlage und Parkplätzen direkt vor der Tür waren damals stark gefragt und wurden auch in Massen gebaut.
Im Kampf um Reisende wurde große, prägnante Werbeschilder aufgestellt.
Manchmal auch Werbestatuen.
Noch heute sind die vielfach am Straßenrand zu sehen.
1946 wurde von Jack D. Rittenhouse »A Guide Book to Highway 66« veröffentlicht.
Der Reiseführer wird bis heute unverändert nachgedruckt.
Ein anderer Dauerbrenner entstand ebenfalls 1946 von Bobby Troup.
Der Jazzpianist und Songwriter reiste mit seiner Frau Cynthia nach Kalifornien.
Sie schlug vor, nicht den Highway 40 zu nehmen, sondern die Route 66.
Er war so begeistert, dass er gleich zu Schreiben anfing: »Get Your Kicks on Route 66«.
Noch im gleichen Jahr vertonte sie Net King Cole, zahlreiche weitere folgten.
Unter anderem von den Rolling Stones, Depeche Mode und Ray Charles.
Heute gilt er als einer der meistgecoverten Songs der Welt.
Hallo Easy Rider
Auf seine Art prägend war auch John Kerouacs Beatnik-Manifest »Unterwegs« (»On the Road«).
Obgleich er die Route 66 in seinem Roman nur kurz erwähnt, beeinflusste das Buch das Lebensgefühl mancher Reisender und ist Vorbild für den legendären Road Movie »Easy Rider« (1969).
Beeindruckt von den deutschen Autobahnen initiierte General Eisenhower das »Eisenhower Interstate Network«, und damit den Ausbau der Freeways.
Das war natürlich schlecht für den Highway 66.
Der Interstate Highway Act leitet 1956 das Ende der Route 66 ein.
Einen vorübergehenden Popularitätsschub erhielt die Straße noch mal von 1960 bis 1964 durch die TV-Serie »Route 66«.
In 116 Episoden waren zwei junge Männer auf dem legendären Highway in einem Chevrolet Cabrio unterwegs.
Lange hielt das Hoch jedoch nicht an, denn das arabische Öl-Embargo hatte auch für die Route 66 Folgen: die Hälfte aller Tankstellen entlang der legendären Straße schlossen.
1977 wurde in Chicago das letzte 66-Schild abmontiert.
Doch natürlich kann und darf eine Ikone nicht sterben.
Bereits 1983 wurde die erste Route 66 Association gegründet, um die historische 66 zu schützen und die Erinnerung am Leben zu erhalten.
Heute gibt es mindestens acht Geschichts- und Heimatvereine für die Route 66.
Gut so, denn 1985 wurde die US 66 offiziell aus dem Highway System gestrichen.
Sie wird aber als Historic Route 66 weiter in den Landkarten geführt.
Je nach Bundesstaat heißt sie »State Route 66« oder »Old Route 66«.
Eine weitere gute Nachricht: fast neunzig Prozent der ehemaligen Asphaltdecke gibt es noch.
Ein wichtiger Schritt wurde 2000 gemacht: der US-Kongress erklärte die Route 66 zum nationalen Kulturerbe, stellte sie als National Historic Highway unter staatlichen Schutz des National Park Service.
Nicht zuletzt machte ein Film für die Kleinen die Route 66 wieder ganz groß: »Cars« (2006) aus dem Animationshaus Pixar erzählte ihre Geschichte anhand des fiktiven Ortes »Radiator Springs«. Wochenlang waren die Kreativen dafür vor Ort, ließen sich von den alten Stätten inspirieren. Auch »Cars 2« und »Cars 3« waren weltweite Kassenschlager.
Seitdem sind auch als Lightning und Hook (so heißen die Hauptfiguren) gestylte Autos in vielen Orten der Route 66 zu sehen.
2016 war der neunzigste Geburtstag der Route 66.
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