Ratgeber sicher fahren: So funktioniert es mit dem Auto im Winter

Sie kommt meist über Nacht, plötzlich ist sie da, die weiße Pracht. Es hat kräftig geschneit, der Winter hält Einzug, hat die Fahrzeuge am Straßenrand und Straßen weiß überdeckt. Damit nichts schief läuft, sollte das Auto jetzt fit sein. Einige wichtige Verhaltensregeln gelten auch.


Was alles zu beachten ist, verraten uns hier die Experten von KÜS. Auch damit kennt sich die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V. bestens aus.

Winterzeit bedeutet auf jeden Fall mehr Vorsicht und Zeit für die Fahrt zur Arbeit oder an andere Orte.
Wie geben hier einige wichtige Tipps mit auf den Weg.
Denn auch in den kommenden Wochen müssen wir mit Schnee rechnen.
 
Mit dem Opel Mokka-e durch den Winter         Foto: Dani Heyne

Die Fahrzeugbereifung

Zwar gibt es keine zeitlich festgelegte Winterreifenpflicht, jedoch ist das Fahren bei winterlichen Straßenverhältnissen (auf Schnee, Schneematsch, oder Eis) nur mit Winterreifen erlaubt. 
Die sind mit dem Alpine-Symbol (Berg-Symbol mit Schneeflocke) gekennzeichnet. 
 
Dies gilt auch für Ganzjahresreifen. 
Reifen, die bis zum 31. Dezember 2017 produziert und mit der Kennzeichnung M+S versehen wurden, dürfen noch bis zum Ende der Übergangsfrist am 30. September 2024 als Winterreifen gefahren werden. 
Das Herstellungsdatum ist an der Flanke in einem ovalen Feld als vierstellige Zahl vermerkt. 
Die ersten beiden Ziffern kennzeichnen die Kalenderwoche der Produktion, die beiden letzten das Jahr. 
Wer bei winterlichen Verhältnissen ohne Winterreifen erwischt wird, zahlt mindestens 60 Euro Bußgeld.
Bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer sogar  80 Euro. 
In beiden Fällen kommt noch ein Punkt obendrauf. 
Den bekommt auch der Fahrzeughalter, wenn er eine Fahrt mit seinem nicht entsprechend ausgerüsteten Fahrzeug zulässt oder gar anordnet,.
Er zahlt dann auch noch 75 Euro. 
 
Bei nicht angepasster Bereifung und einem Gefährdungstatbestand erhöht sich das Bußgeld für den Fahrer um weitere 20 Euro, entsteht dadurch sogar ein Unfall, kommen weitere 20 Euro hinzu. 
Außerdem kann es beim Unfall zu Problemen mit der Kaskoversicherung kommen. 
 
Für Motorräder besteht keine Winterreifenpflicht. 
Die sind allerdings in der kalten Jahreszeit auch so gut wie nicht unterwegs.

Starke Kälte sorgt bei allen Elektroautos für eine deutlich geringere Reichweite.

Abstand halten und mehr

Das Fahren bei winterlichen Bedingungen erfordert besondere Aufmerksamkeit. Grundvoraussetzung ist eine den Straßenverhältnissen angepasste Geschwindigke.
Und natürlich genügend Abstand. 
Ein weiterer Rat: hektische Bewegungen am Lenkrad vermeiden.
Die modernen Assistenzsysteme leisten in kritischen Situationen zwar Hilfestellung, aber sie sind kein Freibrief für unvernünftiges Fahren. 
 
Die Fahrt auf glatter Fahrbahn sollte man auf einer freien Fläche bei geringer Geschwindigkeit üben, ebenso einen Bremstest durchführen. 
Ein Fahrsicherheitstraining ist dafür perfekt. 
Den sollte jeder Fahranfänger machen. 
Auch nach einige Jahren kann das sehr hilfreich sein.
 
Automatikautos vorsichtig beim Gasgeben und Bremsen fahren. 
Bei vereister Fahrbahn das Auto besser stehen lassen, da hier so gut wie keine Haftung zwischen den Reifen und der Fahrbahn besteht.

Foto: KÜS / Sveinn Baldvinsson
 

Die Technik muss fit sein

Die Beleuchtung sollte auf Funktion, Mängel und richtige Einstellung überprüft sein. 
Hier hilft die Fachwerkstatt weiter.
Denn moderne Fahrzeugbeleuchtung braucht auch fachmännische Wartung. 
Geprüft sein sollte auch der Kühler- und der Scheibenwischerfrostschutz.
Die Funktion der Scheibenwischer ebenfalls. 
 
Innen und außen gereinigte Fenster sind ein Garant für freie Sicht auf die Straße, eine wichtige Voraussetzung für die sichere Fahrt. 
Die Starterbatterie sollte man vor dem Wintereinbruch prüfen und notfalls ersetzen, damit sie tadellos funktioniert. 
Bei Fahrzeugen, welche hauptsächlich im Kurzstreckenbetrieb eingesetzt werden, empfiehlt sich gelegentliches Laden mit entsprechenden Gerätschaften, um so die Lebensdauer des Akkus zu erhöhen.
 

Freie Sicht kann Leben retten

Vor dem Start der winterlichen Fahrt das Auto von Eis und Schnee befreien. 
Das dient der eigenen Sicherheit und der der anderen Verkehrsteilnehmer.
Denn so können keine Eis- und Schneebrocken herumfliegen. 
Verboten ist das „warmlaufen lassen im Stand“, auch das kann ein Bußgeld kosten.
 
Eiskratzer, ein kleiner Besen und eine warme Decke an Bord können von Vorteil sein. 
Ebenso Türschlossenteiser, natürlich in der Jackentasche. 
Das Radio sollte so eingestellt sein, dass man den Verkehrsfunk, bevorzugt den örtlichen, hören kann.

Beherzigt man diese Tipps, so steht einer stressfreien Autofahrt auch im Winter nichts im Wege. 
Bei schwierigen Straßenverhältnissen empfiehlt es sich jedoch immer, die Notwendigkeit der Fahrt zu hinterfragen. 
Manchmal ist es halt besser, daheim zu bleiben.

 

 

 

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