Eiskratzer im Test: welcher ist am besten für den Durchblick am Morgen für zugefrorene Scheiben

Diese Frage stellten sich die Experten von KÜS und kamen nach dem Test von 12 Alternativen zu einem erschreckenden Ergebnis: Fünf zeigten sich als „mangelhaft“, nur zwei konnten wirklich überzeugen.
von Achim Stahn

 

Fallen die Temperaturen über Nacht in den Keller, muss der Fahrer eines im Freien geparkten Wagens vor dem morgendlichen Start erst einmal die zugefrorenen Scheiben freikratzen. 
Oftmals eine langwierige und zudem bitterkalte Angelegenheit. 
Das haben wir alle doch schon einmal oder öfters erlebt.
Ein perfekt funktionierender Eiskratzer ist hier von Vorteil.

 
Doch was ist die beste Wahl.
Das fragte sich auch KÜS.
Die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger beschäftigt sich regelmäßig mit Themen aus dem Autofahrer-Leben.
Sie testete diesmal zusammen mit Auto Bild und Carglass im Handel erhältliche Modelle.
Unter realen Bedingungen.
Um herauszufinden, welcher Schaber am Morgen wirklich für klare Sicht sorgt. 
Möglichst effizient und sicher.

Getestet wurden:
- acht klassische Eisschaber
- drei elektrische Modelle
 
Foto: Sven Krieger/KÜS
 

Sieger kommen von Heyner und Petex

Platz 1: „sehr gut“
Testsieger mit großem Vorsprung wurde der Heyner Snowstar M Pro. 
Er punktet bei dünner und dicker Eisschicht mit herausragenden Kratzleistungen. 
Weiterer Vorteil: dank angeschlossenem Schneebesen ideal für große Fahrzeuge. 
 
Platz 2: „gut“
Ähnlich gute Ergebnisse bei dünner Eisschicht liefert der Eisschaber von Petex.
Bei dickem Eis bleibt er jedoch etwas hinter Heyner zurück.
Als Preis-Leistungs-Sieger bekommt er die Note „gut“. 
Manko: auf verschmutzen Scheiben hinterlässt er vereinzelt Kratzer.
 
Nur „befriedigend“
Mit nur mittelmäßigen Leistungen gehen diese Eiskratzer an die Arbeit:
- von Auprotec
- Kungs MID-IS 
- Kungs TELE-IS
- von Michelin 
 
Auprotec hinterlässt mit seiner Messerklinge bei dünnem Eis zahlreiche Beschädigungen auf der Scheibe, bei dicker Eischicht kann er jedoch deutlich punkten. 
Punktgleich sind die Eiskratzer von Kungs und Michelin
 
Der Kungs MID-IS liefert bei dünner Eisschicht befriedigende Ergebnisse, schwächelt aber deutlich bei dickem Eis, ebenso wie sein großer Bruder, der Kungs TELE-IS. 
Der Michelin-Kratzer hingegen kann bei keiner Eisdicke überzeugen. 
 
Die Schlusslichter 
Im Eiskratzer-Test landete der Glart mit Handschuh ganz hinten.
Während der Anwendungen zerbrach er sogar in zwei Teile. 
Dafür gab es von allen ganz klar nur ein „mangelhaft“. 
 
Eine gleich schlechte Note bekam der Eisfreund Premium Eiskratzer mit Handschuh.
Ein klarer Verlierertyp. 
Er blieb im Test zwar ganz, scheiterte aber schon an dünner Eisschicht. 
 

Elektrische Eiskratzer = nein Danke

Auch die drei elektrischen Eiskratzer zeigten sich im Test „mangelhaft“. 
Eigentlich sollten sie die Eisentfernung erleichtern.
Kärcher EDI 4 und der 12-Volt-Eiskratzer von Lescars ähneln einer Poliermaschine, verfügen aber an der Unterseite jeweils über eine rotierende Scheibe mit kleinen Plastikklingen. 
Während der Kärcher einen Akku besitzt, muss der Lescars an die 12-Volt-Steckdose im Auto. 
 
Der EDI 4 konnte zwar beim Eiskratzen selbst überzeugen, hinterließ jedoch etliche Kratzer auf einer leicht verschmutzten Scheibe. 
 
Enttäuschend war die Kratzleistung des Lescars. 
Nur die äußeren Kanten der Plastikklingen durchbrachen die dünne Eisschicht. 
Das Modell von Goods+Gadgets soll die vereiste Scheibe durch eine Heizspirale auftauen.
Das dauerte jedoch aufgrund des kleinen Heizelements sehr lange. 
Mangel: Berührt dieses Teil die Scheibe, gibts zahlreiche Kratzer. 
 
 

Das Test-Fazit: 

Nicht jeder Eiskratzer eignet sich gut, um Autoscheiben eisfrei zu bekommen. 
Viele verursachen Spuren und tiefe Kratzer.
Die hinterlassen in der Scheibe bleibende Schäden. 
Zurückzuführen sind diese auf schlechte Kratzeigenschaften und mindere Materialqualität der Eisschaber. 
Elektrische Modelle sind nicht zu empfehlen.


Die Modelle von Heyner und Petex zeigen, dass sie nicht nur am besten kratzen, sondern hier auch die Gefahr von Beschädigungen an der Scheibe am geringsten ist. 
Obwohl sich viele Eisschaber bei dünner Eisschicht gut schlagen, versagen sie meist bei dickerer Eisschicht und in der Sichtprüfung nach dem Test.
Viele Kratzer und Beschädigungen an der Scheibe sind das Ergebnis. 
Experten-Tipp: 
Am Abend auf eine saubere Scheibe achten. 
Dann ist das KIratzer-Risiko am nächsten Tag deutlich geringer. 
 


So wurde getestet

Das wichtigste Testkriterium war die Kratzleistung. 
Daher wurden mehrere Front- und Heckscheiben
- über Nacht in einem -21° Celsius kalten Kühlcontainer eingefroren
- anschließend mit einer dünnen bzw. dicken Eisschicht versehen
 
In der Realität sind Autoscheiben nie ganz sauber, daher wurden auch verschmutzte für den Test vorbereitet. 
Auch wenn die Eisschaber solide Leistungen bringen, können schon kleine Schmutzpartikel oder Sandkörner zu unschönen Kratzern auf der Scheibe führen. 
Jeder Eiskratzer musste jedes Test-Szenario durchlaufen. 
Anschließend wurden die Beschädigungen auf den Scheiben analysiert.
Dann Handhabung und Qualität der Eiskratzer von den Testern beurteilt.

 

 

 

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