Glasschaden am Auto: Reparieren oder austauschen, das ist hier die Frage!
Steinschläge an die Windschutzscheibe sind gerade bei langen Fahrten recht häufig, z.B. in den Urlaub. Meist entsteht beim ersten Einschlag ins Verbundglas zunächst ein kleiner, sternförmiger Krater.
Die Reparaturverfahren dafür sind heute auf sehr hohem Niveau und sicher.
Solche Ausbesserungen schlagen in der Regel mit nicht mehr als 100 Euro zu Buche, Kosten, die von den meisten Versicherungen unter Verzicht auf die Selbstbeteiligung übernommen werden.
Die Daumennagel-Regel ...
Faustformel für die Reparatur: nicht größer als ein Daumennagel und nicht zu tief.
Der Bereich, in dem repariert werden darf, ist festgelegt: der Fernsichtbereich des Fahrers ist tabu.
Oben und unten setzt das Wischerfeld die Begrenzungen.
Auch zu nahe am Rand darf nicht ausgebessert werden.
Zwar sind die mit einem Spezialharz geflickten Stellen kaum zu erkennen, können aber bei Nachtfahrten Streulicht erzeugen.
Im Extremfall leuchten sie dann wie Dioden.
Nicht mehr anzuraten ist natürlich auch das Ausbessern einer Scheibe, die so zerkratzt und verschlissen ist, dass ein Austausch ohnehin fällig wäre.
Schadstelle schützen ...
„Ausschlaggebend für den Reparaturerfolg ist, dass die Schadstelle sauber und trocken ist“, erläutert Constantin Schuck vom gleichnamigen Auto Dienst in Obernjesa.
„Wichtig ist auch, dass zwischen dem Zeitpunkt des Steinschlags und der Reparatur möglichst keine Feuchtigkeit und vor allem kein Schmutz in die feinen Sprünge und Ritzen eindringen können.“
Deshalb sollte man den Schaden nach Möglichkeit sofort reparieren lassen.
Deshalb sollte man den Schaden nach Möglichkeit sofort reparieren lassen.
Tipp vom Profi: Sofort nach dem Steinschlag die Schadstelle abkleben.
Dafür gibt es ganz spezielle „Scheibenpflaster“, die sich vorsorgliche Autofahrer ins Handschuhfach legen.
Es genügt aber auch ein Streifen transparenter Klebefilm.
Das gilt übrigens für alle Scheiben – auch für die wesentlich seltener getroffenen Seiten- und Heckscheiben.
Einwandfrei nur vom Profi
Die Reparatur von Scheiben ist sicherheitsrelevant.Mit speziellen Reparatur-Kits, die im Handel erhältlich sind, ist das so eine Sache, da geht schnell was schief.
Eine einwandfreie Arbeit braucht eine Menge Spezialwerkzeug und eine besondere Ausbildung.
Die Schadenstelle muss beispielsweise unter eine Art Glocke gelegt werden.
Unter hohem Druck gelangt dann das Reparaturharz in jede Ritze.
Fachgerecht reparierte Scheiben bestehen dann auch problemlos die nächste Hauptuntersuchung.
Daher sollte die Reparatur unbedingt dem Profi überlassen werden.
Meistens die Frontscheibe
Die meisten Autoglaschäden entstehen an der Frontscheibe.Nur ein kleiner Teil am Heck und an den Seiten.
Bei einer Umfrage unter knapp 1.100 Autofahrern gaben 86 Prozent an, schon einmal einen Schaden an der Windschutzscheibe gehabt zu haben.
In 70 von 100 Fällen sind Rollsplit oder sonstige aufgeschleuderte Gegenstände ursächlich für die Beschädigung der Scheibe.
Weit seltener sind Hagel, Frost, mangelhafte Straßen oder Vandalismus die Ursache.
Die meisten Fahrzeugglasschäden (75 Prozent) passieren bei der Fahrt (35 Prozent auf Autobahnen, 36 Prozent auf Landstraßen), 18 Prozent entstehen, wenn der Wagen nicht in Bewegung ist.
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