Auch auf Kurzstrecken: Kinder im Auto immer gut sichern
Das Auto ist für Kleinkinder ein gefährlicher Ort: 2019 verunglückten auf Deutschlands Straßen 28.005 unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen. Die Mehrheit davon (37,2 Prozent) kam dabei als Mitfahrer in einem Pkw zu Schaden. Bei Kleinkindern bis 6 liegt dieser Anteil sogar bei 64,4 Prozent, im Grundschulalter zwischen 6 und 9 Jahren liegt der Wert bei 40,4 Prozent.
„Damit Kinder im Auto optimal geschützt sind, müssen sie mit einem für sie geeigneten Rückhaltesystem ordnungsgemäß gesichert werden, und das auf jeder noch so kurzen Fahrt“, sagt Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei DEKRA.
Laut Weltgesundheitsorganisation verringert sich durch den richtigen Gebrauch eines geeigneten Kinderrückhaltesystems die Gefahr eines tödlichen Unfalls um 70 bis 80 Prozent.
In Deutschland dürfen Kinder bis zum Erreichen einer Körpergröße von 1,5 Metern oder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr nur im passenden Kindersitz mitfahren.
Ein Sitz passend zum Gewicht muss aus fünf Gruppen ausgewählt werden.
Gruppe 0: bis 10 Kilogramm
Gruppe 0+: bis 13 Kilogramm
Gruppe I: 9 bis 18 Kilogramm
Gruppe II: 15 bis 25 Kilogramm
Gruppe II: 15 bis 25 Kilogramm
Gruppe III: 22 bis 36 Kilogramm
In den meisten aktuellen Pkw-Modellen sind Isofix-Verankerungen verbaut, mit denen sich entsprechende Sitze schnell und mit nur einem geringen Risiko der Fehlbedienung fest verankern lassen.
Ohne Isofix-Verankerungen oder ist der Sitz nicht mit diesem System kompatibel, erfolgt die Sicherung mit dem Sicherheitsgurt.
Die Montage gestaltet sich hier meist deutlich schwerer und somit fehleranfälliger.
Wichtig: Beim Einbau des Sitzes und bei der Sicherung der Kinder unbedingt die Vorgaben der Bedienungsanleitungen von Sitz und Fahrzeug beachten.
Gerade für kleine Kinder werden vermehrt so genannte Reboarder angeboten.
Sitze, bei denen das Kind entgegen der Fahrtrichtung sitzt.
„Im Falle einer Frontalkollision bieten diese einen besseren Schutz der Wirbelsäule. Bei der Montage auf dem Beifahrersitz muss allerdings beachtet werden, dass der Beifahrerairbag abgeschaltet ist. Dieser kann sonst bei einer Auslösung zu schwersten Verletzungen führen“, erläutert Egelhaaf.
Beim Kauf darauf achten, dass folgende Prüfnorm erfüllt wird:
- UN ECE Reg. 44/04
- 129 (i-Sitze)
Sitze nach der UN ECE Reg 44/03 sind ebenfalls noch zugelassen.
Gebrauchten Sitz kaufen
Dabei gilt es wichtige Vorgaben zu berücksichtigen:
1. es muss sicher sein, dass der Sitz noch nicht in einen Unfall verwickelt war
2. er muss sehr schonend behandelt worden sein
3. vor dem Kauf auf jeden Fall im eigenen Auto ausprobieren
4. das Kind Probe sitzen lassen
Markus Egelhaaf:
„Der beste Kindersitz bringt aber nichts, wenn das Kind darin nicht oder nicht richtig gesichert wird – ein gefährlicher Umstand, der insbesondere auf Kurzstrecken und bei der Mitnahme weiterer Kinder zu beobachten ist.“
Auch Regen darf nicht als Hinderungsgrund gelten, Kinder ordnungsgemäß zu sichern.
Und die Sicherung – insbesondere bei älteren Kindern – regelmäßig zu kontrollieren.
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