Die Formel 1 ist an diesem Wochenende in Russland zu Gast, Rennbeginn ist nach unserer Zeit heute um 13:10 Uhr

Die GP-Strecke in Sotchi am Schwarzen Meer gehört seit 2014 fest zum Programm, 2020 sind wegen der Corona-Krise auch dort keine Zuschauer zugelassen. Mercedes rollt wieder als Favorit ins Rennen.  von Achim Stahn



Beste Chancen beim Großen Preis von Russland hat Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.
Er gewann schon das erste Rennen dort 2014, drei weitere folgten.
In den anderen beiden Jahren siegten ebenfalls Mercedes-Fahrer:
- 2016: Nico Rosberg
- 2017: Valtteri Bottas

Mercedes-AMG Petronas F1 Fahrer: Valtteri Bottas und Lewis Hamilton in Russland

Zur Strecke
- Der Kurs weist einen relativ ungewöhnlichen Streckenverlauf auf.


MercedesTeamchef Toto Wolff: „Eine Schlüsselstelle ist der lange Weg von der Pole bis zur ersten Bremszone. Dadurch befindet sich der Fahrer auf der Pole Position nicht unbedingt in der stärksten Position für den Start, da die Autos hinter ihm vom Windschatten profitieren können“.


Das konnte man 2019 sehr gut sehen, als Sebastian Vettel seinen Ferrari-Teamkollegen Leclerc auf dem Weg zur zweiten Kurve überholte.
Oder in der Saison 2017, als Valtteri sich den Pole-Mann Vettel von P3 schnappte.


 Zahlen & Fakten: Russland Grand Prix

  • Mit 890 Metern ist der Weg von der Pole Position bis zur ersten Bremszone (Kurve zwei) auf dem "Sochi Autodrom" der längste aller Formel 1-Strecken.
  • Aufgrund des langen Weges bis Kurve 2 ist der Windschatten in Sotschi der stärkste in der Saison. Das gilt besonders auf der ersten Runde, wso ist es sehr schwierig, seine Position zu verteidigen.
  • Der GP von Russland ist mit 309,944 km Renndistanz längstes Saisonrennen, knapp vor Mugello (309,497 km).
  • Sotschi ist die einzige Strecke im Rennkalender 2020, auf der eine Tempobegrenzung von 60 km/h statt der üblichen 80 km/h in der Boxengasse gilt.
  • Die Strecke besitzt einen der größten Zeitverluste bei einem Boxenstopp in der gesamten Saison. Von der Boxenein- bis zur -ausfahrt vergehen nach dem Stopp 30 Sekunden. Verglichen mit dem normalen Rennspeed auf der Strecke verliert ein Fahrer beim Abbremsen am Boxeneingang, Durchfahren der Boxengasse, Reifenwechsel und Herausbeschleunigen aus der Boxengasse rund 25 Sekunden.
  • Die Strecke verläuft rund um die Anlagen der Olympischen Winterspiele 2014, inklusive Olympiastadion, dem Bolshoy Ice Dome, dem Medal Plaza und der Adler Arena.
  • Das "Sochi Autodrom" ist einer von drei Olympiaaustragungsorten, die Schauplatz eines F1-Rennens sind. Die anderen beiden: Circuit Gilles Villeneuve (1976) und  Circuit de Barcelona-Catalunya (1992).
  • Mercedes besitzt ein 100%ige Siegquote beim Großen Preis von Russland, gewann alle Rennen in Sotschi seit dessen Debüt 2014. 
  • Der glatte Asphalt geht sehr sanft mit den Reifen um. Deshalb kamen in der Vergangenheit einige Fahrer schon nach der ersten Runde an die Box und fuhren das Rennen danach auf dem gleichen Satz zu Ende.
  • In Sotschi werden 62 Gangwechsel pro Runde erwartet - mit dem Nürburgring der Höchstwert 2020.
  • Die Strecke besteht aus vielen 90-Grad-Kurven, die eine ähnliche Linie aufweisen. Dadurch fällt die Abstimmung des Autos weniger komplex als auf anderen Strecken aus.
  • Russland und Abu Dhabi sind die einzigen beiden Saisonrennen, bei denen in diesem Jahr die drei weichsten Reifenmischungen (C3, C4 und C5) zum Einsatz kommen werden.
  • Kurve 3 ist eine der längsten Kurven im Rennkalender. Sie wird mit Vollgas durchfahren, außer wenn der Fahrer auf die Reifen achten muss. Wenn man in dieser Kurve Runde für Runde attackiert, werden die Reifen in Mitleidenschaft stark gezogen. Das ist besonders zu beachten ist, da in Sotschi die drei weichsten Mischungen verwendet werden.
  • Marbles (Gummiabrieb der Reifen) sind ein bekanntes Problem in Kurve 3, da sie sich während der Trainings und Rennen sehr schnell bilden. Davon wurden in der Vergangenheit schon einige Fahrer überrascht, wenn sie nur leicht von der Ideallinie abkamen.
  • Der Spritverbrauch fällt hier besonders hoch aus. Der Grund dafür sind mehrere lange Geraden sowie die Abfolge der kurzen 90-Grad-Kurven, was dazu führt, dass die Fahrer viel früher Vollgas geben können als auf Strecken mit vielen Haarnadeln und Schikanen. Bei einem normalen Rennen ohne Unterbrechungen müssen die Fahrer mehr auf den Verbrauch achten und "Lift and Coast" einsetzen als auf vielen anderen Strecken. Allerdings gab es bei vier der letzten fünf Rennen in Russland eine Safety-Car-Phase. Wegen dieser Pause mussten die Fahrer weniger auf den Verbrauch achten.
  • Die hohe Safety-Car-Quote in Russland liegt an der Streckencharakteristik, die an einen Straßenkurs erinnert. Die Streckenbegrenzungen stehen nah an der Strecke und erschweren die Bergung eines ausgefallenen oder beschädigten Autos. Das gilt umso mehr, wenn sich ein Zwischenfall in Kurve 13 am Ende der Gegengeraden ereignet, da diese Kurve einen blinden Eingang besitzt.
  • Beim Großen Preis von Russland gehört Netflix zum Mercedses-Team, um Content über dies Rennwochenende für die nächste Staffel von "Drive to Survive" zu produzieren. 







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