Formel-1 Rennvorschau: an diesem Wochenende startet der Große Preis von Großbritannien

Der nächste Triple-Header führt die Königsklasse des Motorsports nach Silverstone, eine der legendärsten Rennstrecken weltweit. 
von Achim Stahn

Nach dem Rennen in Budapest konnten sich die Teams erstmals etwas länger ausruhen.
Jetzt folgen wieder drei Rennen im Wochenabstand.
Mercedes-Benz rollt als klar führendes Team ins Heimrennen.
Der Brite Lewis Hamilton sowieso, er dominiert die aktuelle Fahrerwertung.

Dagegen scheint 2020 für Ferrari ein Desaster zu werden.
Die Scuderia reist auf Platz fünf der Konstrukteurswertung an.
Die Fahrer sind hervorragend, das Fahrzeug eine Zumutung.
Auf dem Hungaroring wurden Sebastian Vettel und Charles Leclerc sogar von Lewis Hamilton überrundet.

Und jetzt geht es in die Heimat des aktuell führenden Teams/Fahrers.
Das sieht nicht nach Besserung aus.
Doch .... manchmal kommt es doch anderes als man denkt.

Könnte auch auf Red Bull zutreffen.
Max Verstappen und Alexander Albon waren in den vergangenen Rennen zu unkonstant.
Doch im Team wurde und wird hart gearbeitet.
Schon in Silverstone könnte da etwas mehr zu sehen sein.

Rennenbeginn am Sonntag nach deutscher Zeit: 15.10 Uhr

Foto: Steve Etherington


Dazu (noch) Team-Chef Toto Wolff:
„Silverstone liegt nur unweit unserer Fabriken, ist für uns wie ein zweites Zuhause. In den vergangenen
Jahren haben wir beim Großen Preis von Großbritannien sehr gute Ergebnisse erzielt, aber wir kennen alle das berühmte Zitat von Babe Ruth: 'Mit dem Home Run von gestern können wir nicht auch noch das heutige Spiel gewinnen.' Nur wegen einer starken Leistung in der Vergangenheit sind weitere gute Ergebnisse nicht selbstverständlich. Im Gegenteil: ein erfolgreiches Rennen ist immer das Ergebnis der harten Arbeit aller Teammitglieder und wir müssen uns in Bestform präsentieren, um vor unseren Konkurrenten zu bleiben.

Toto Wolff                Foto: Steve Etherington


Natürlich werden wir alle unsere Fans in Silverstone vermissen. Die schnellsten Formel 1-Autos, die es jemals gegeben hat, stellten in Spielbergund Budapest neue Rekorde auf. Es wird aufregend, sie auf einer legendären Strecke wie Silverstone durch einige der anspruchsvollsten Kurven der Saison fahren zu sehen, die sie bis an ihre Grenzen bringen“. 



Lewis Hamilton rollt als aktuelle No. 1 ins Heimrennen          Foto: Steve Etherington



 Zahlen & Fakten: Großbritannien Grand Prix

  • In Silverstone lasten mit die höchsten seitlichen G-Kräfte des Jahres auf den Fahrern: mit einem Maximalwert von 5g in Becketts (Kurve 13) und Stowe (Kurve 15). Das durchschnittliche Gewicht eines Kopfes samt Helm: 7 kg. 
  • In Becketts und Stowe lasten seitliche Kräfte von 35kg auf dem Fahrernacken.
  • Silverstone hat die höchsten Durchschnittsgeschwindigkeiten am Scheitelpunkt (die Geschwindigkeiten am Scheitelpunkt jeder Kurve geteilt durch die Anzahl der Kurven auf der Strecke) in der Formel 1. Platz zwei geht in dieser Kategorie an Suzuka.
  • Durchschnittliche seitliche G-Kräfte auf einer Runde: 2,8 g. Knapp darauf folgen Paul Ricard und Suzuka. Der Grund dafür sind die vielen schnellen Kurven der Strecke, die das Rennen für die Fahrer sehr fordernd gestalten = mehrmals pro Runde müssen sie enorme Kräfte aushalten.
  • Enorme Richtungswechsel und G-Kräfte, denen Fahrer und Fahrzeuge in Maggotts, Becketts und Chapel (in den Kurven 10 bis 14) ausgesetzt sind: los geht es mit einer 2g Linkskurve, gefolgt von 5g Rechtskurve, 5g Linkskurve, 4g Rechtskurve und 3g Linkskurve. Zum Vergleich: Power-Straßenautos mit Top-Reifen erreichen in den Kurven etwas über 1g.
  • Silverstone ist eine von drei F1-Strecken (neben Spa-Francorchamps, Monaco), auf der die Ingenieure die Kurven mit deren tatsächlichem Namen statt Kurvennummer bezeichnen.
  • Die Kurvenabfolge Maggotts, Becketts und Chapel wird mittlerweile beinahe mit Vollgas durchfahren, nur in Kurve 13 wird ganz wenig Bremsdruck benötigt, da sie einen etwas engeren Lenkeinschlag hat.
  • In Silverstone ist es traditionell windig und die Windrichtung verändert sich ständig. Das hat einen großen Einfluss auf die Fahrzeugbalance, kann das Verhalten komplett verändern. Entsprechend ist der Fahrstil anzupassen. Eine veränderte Windrichtung kann Bremspunkte, Geschwindigkeiten am Scheitelpunkt und den Zeitpunkt zum Beschleunigen verändern.
  • Der Silverstone Circuit (5,891 km) ist die drittlängste Strecke im Rennkalender, nur Spa-Francorchamps (7,004 km) und der Baku City Circuit (6,003 km) sind länger.
  • Aufgrund der Streckenlänge ist die Rundenzahl in Silverstone mit 52 Umläufen die drittniedrigste der Saison. 
  • Die komplette Renndistanz beträgt 306,2 km.
  • Das Durchschnittstempo auf einer Runde gehört in Silverstone mit rund 220 km/h zu den höchsten in der F1, vergleichbar mit Spa-Francorchamps und Monza, nicht ganz so schnell wie in Suzuka.
  • Weg Pole bis zur ersten Bremszone: 644 Meter = drittlängster der Saison
  • Ungewohnter Streckenverlauf: Silverstone ist die einzige Strecke, wo Fahrer zwei Kurven durchfahren, bevor sie zum ersten Mal bremsen (Village, Kurve 3).
  • Die Fahrer sind hier für beinahe 81% der Rundendistanz mit Vollgas unterwegs (zweithöchster Wert des Jahres).
  • Silverstone ist das Heimrennen von Mercedes-Team. Die Fabrik in Brackley liegt nur neun Meilen (14,5 km) von der Strecke entfernt, also etwa 15 Minuten weit per Auto. Das Werk von Mercedes-AMG High Performance Powertrains in Brixworth ist 32 km entfernt.

Beim Alfa Romeo Racing läuft es aktuell nicht besonders. Kein Wunder, denn die Technik kommt von Ferrari. Dort hat das aktuelle Paket gegen Mercedes-AMG und etliche andere keine Chance. Doch aufgeben wollen Fahrer und Team nicht.




Tipps zur Blog-Nutzung

Alles rund um Mobilität: Autos, Bikes, Räder, 
Nutzfahrzeuge, Insider-Tipps, Verkehrsrecht etc.
 

Einfache Themensuche
1. oben im Blog mit der Lupe
(Suchwort eingeben, alles dazu wird gezeigt)
2. Kästen am Textende anklicken


Interessantes senden an:  
achim.stahn@interpress-ipr.de

 

want to know more: 

press buttons below

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ein weiterer Volkswagen-Bestseller wird elektrisch: neuer ID. Tiguan startet Anfang 2027 als Nachfolger von ID.4 und ID.5