Alfa Romeo hat bald Geburtstag: am 24. Juni steht der 110. an

Am 24. Juni 1910 wurde die „Anonima Lombarda Fabbrica Automobili“ offiziell registriert (abgekürzt A.L.F.A.). Doch bereits etwas vorher entwarf Chefingenieur Giuseppe Merosi in seinem Haus in der Mailänder Via Cappuccio den Tipo 24 HP, das erste Modell von Alfa.
von Achim Stahn








Alfa 24 HP (1910)



Alfa Romeo 6C 1750 Sport (1929)

1931 Platz 1 Concours d’Elegance in der Villa d'Este: Josette Pozzo mit Alfa Romeo 6C 1750 GS Touring „Flying Star“

Chassis eines Alfa Romeo 6C 1750 Super Sport (1929)

Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport (1931)

Die Alfa-Fabrik im Mailänder Vorort Portello in den 1910er-Jahren

Vittorio Jano, Technischer Direktor von Alfa Romeo, in Monza (1923).

Giuseppe Merosi (1906): er entwickelte den ersten echten Alfa



Alfa Romeo im Motorsport

Der Grundstein für die Rennsportlegende Alfa Romeo wurde bereits 1911 gelegt.
Er feierte mit dem Sieg bei der Targa Florio 1923 einen ersten Höhepunkt.
Bei dem legendären Straßenrennen auf Sizilien wurde auch eines der heute bekanntesten Symbole von Alfa Romeo erfunden – das Quadrifoglio (= vierblättriges Kleeblatt).
Es zierte als Glücksbringer den siegreichen Tipo RL von Werksfahrer Ugo Sivocci.

Mille Miglia 1930: Tazio Nuvolari und Beifahrer Gian Battista Guidotti im Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport Spider Zagato.

Achille Varzi (links) und Tazio Nuvolari (1930)

Mille Miglia 1930: Tazio Nuvolari und Beifahrer Gian Battista Guidotti im Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport Spider Zagato.

Alfa Romeo 6C 1750 Super Sport von Goffredo Zehender beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps im Jahr 1929


Legendär ist auch die vierte Auflage der Mille Miglia.
Es ist der  13. April 1930, kurz nach 5 Uhr morgens.
Ein Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport Spider Zagato unterwegs zum Sieg.
Mit 150 km/h und ausgeschalteten Scheinwerfern.

Am Lenkrad: Tazio Nuvolari aus Mantua, Spitzname „Nivola“.
Daneben Gian Battista Guidotti, Chef-Testfahrer im Alfa Romeo Werk Portello.

Sie schnappten den Werksfahrern Achille Varzi und Copilot Carlo Canavesi den sicher geglaubten Sieg weg, indem sie sich ohne Licht an die Führenden heranpirschten.
Die Rivalen werden mit diesem Überraschungsmoment überholt.

Nuvolari erzielte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 100,45 km/h.
Damit lag der Durchschnitt des Siegers erstmals jenseits von 100 km/h.
Und dies auf weitgehend unbefestigten Straßen.

Der Rekord schaffte es auf die Titelseiten der Zeitungen in ganz Europa.
Mit rund zehn Minuten Rückstand wurde Varzi fassungslos Zweiter.
Als Dritter kam Giuseppe Campari ins Ziel, ein weiterer Alfa-Werksfahrer.
Danach folgte Pietro Ghersi ebenfalls im Alfa.

Alle vier saßen im neuesten Rennwagen von Alfa Romeo: Tipo 6C 1750.
Insgesamt belegten acht Plätze unter den ersten elf der Gesamtwertung.

Der 6C 1750 untermauerte seine Vormachtstellung im selben Jahr
- mit Dreifachsiegen beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps/Belgien
- bei der Tourist Trophy in Belfast/Großbritannien
Der Tipo 6C 1750 war eindeutig das schnellste Auto seiner Zeit.





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