Am Sonntag Formel-1 Großer Preis von Ungarn: beim 12. Lauf der Saison will Lewis Hamilton in Budapest wieder ganz weit oben stehen

Am vergangenen Sonntag traf sich die Formel-1 beim GP von Deutschland auf dem Hockenheimring. Bei diesem Heimspiel wollte Mercedes allen großspurig ihre Dominanz zeigen und gleich auch noch 125 Jahre Motorsport feiern. Doch dies ging tüchtig in die Hose.
von Achim Stahn

 

Heldenhafter Sebastian

Am Ende standen keine Sterne-Fahrer auf dem Podium, den ersten Platz holte sich Max Verstappen (Red Bull), den zweiten Sebastian Vettel.
Den dritten Platz belegte ein für die meisten unbekannter Name: der russische Rennfahrer Daniil Wjatscheslawowitsch Kwjat vom Team Red Bull Toro Rosso Honda mit der Startnummer 26.

Eine großartige Leistung, doch noch großartiger war die fast unglaubliche Aufholjagd von Sebastian Vettel.
Der vierfache Formel-1-Weltmeister machte aus dem totel misslungenen Qualifying im Rennen ein Spitzenergebnis.
Das deutsche Ausnahmetalent kämpfte sich im Ferrari von ganz hinten auf Platz zwei vor.

Nach so einem Qualifying (Ausfall wegen technischem Defekt) hatte keiner damit gerechnet. Möglich machte es neben fahrerischem Talent und cleverer Taktik auch ein völlig chaotischer Grand Prix mit regnerischen Phasen.

Den ersten wichtigen Schritt legte Vettel gleich in der ersten Runde nach einem Start im Regen hin: aus der kehrte er bereits auf Platz 14 zurück.
Trotz eigentlich zurückhaltender Fahrweise.
Vettel: „In den ersten beiden Kurven musste ich vorsichtig sein.“

Unfälle, Abflüge, Crashs waren beim Deutschland-GP an der Tagesordnung.
Das Safety Car musste gleich mehrfach raus auf die Strecke.
Vettel konnte sich aus allem heraushalten, profitierte natürlich auch von vielen Ausfällen.

Ferrari kommt scheinbar endlich richtig in Fahrt.
Nach starkem Auftritt in Hockenheim sind jetzt aerodynamische Updates für Ungarn angesagt.
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto:
„Kühlung ist in Budapest für gewöhnlich ein wichtiger Faktor. Zu dieser Jahreszeit wird es zumeist kochend heiß, das hilft uns natürlich nicht.“
Doch damit wird Mercedes ebenfalls seine Probleme haben, denn deren jüngstes Anti-Hitze-Update brachte in Hockenheim nichts.


Lewis Hamilton ist vor dem Rennen in Ungarn hochmotiviert.   Foto: Paul Ripke

Heldenhafter Lewis

Die aktuelle Nummer eins in der Punktetabelle kam gesundheitlich sichtbar schwer angeschlagen nach Hockenheim.
Bei Mercedes war man sogar darauf vorbereitet, Ersatzpilot Esteban Ocon einzusetzen.
Doch dank unglaublicher Kondition (er trainiert wie kein anderer) setzte sich Lewis Hamilton ans Steuer, holte die Pole am Samstag, führte am Sonntag das Rennen lange an, ehe er auf den Slicks von der noch feuchten Strecke rutschte.
So wurde es am Ende auch durch Fehler in der Box nur Platz 9.
Dafür gab es eine für Lewis ungewohnt mickrige Punktzahl: nur zwei.

Nach dem Rennen verriet er, wie schlecht es ihm wirklich ging:
„Ich habe mich noch nie so krank gefühlt. Das härteste Rennwochenende meines Lebens“.
Nach der Siegerehrung („die verpasse ich nie“), düste er sofort in seinem eigenen Jet nach Hause, um „einfach ein paar Tage nur zu schlafen“.
Alle Termine sagte er ab.

Teamchef Toto Wolff:
„Großer Respekt, viele von uns wären in dieser Situation vermutlich nicht in ein Rennauto gestiegen. Doch leider haben wir ihn nicht so unterstützt, wie es nötig gewesen wäre. Wir haben Fehler gemacht, die falschen Entscheidungen getroffen, mussten deshalb das Heimrennen in Deutschland mit nur zwei Punkten im Gepäck beenden. Ganz klar, hinter uns allen liegt ein schmerzhafter Nachmittag in Hockenheim. Am vergangenen Sonntag haben wir gemeinsam gelitten, an diesem Sonntag wollen wir es besser machen.“

Der Hungaroring

Mercedes konnte dort im Vorjahr einen Sieg einfahren, Ferrari ist in diesem Jahr auf kurzen Strecken sehr stark und Red Bull hat seinerseits mit Max Verstappen zwei der letzten drei Rennen gewonnen.
Es wird also wieder sehr spannend.
Los geht es am Sonntag um 15.10 Uhr.
Das Rennen wird Live von RTL übertragen.

Foto: Steve Etherington

Foto: Wolfgang Wilhelm

Foto: Wolfgang Wilhelm

Foto: LAT Images

Das Safety Car musste beim GP von Deutschland öfters raus, wegen Regen in Ungarn wohl nicht.   Foto: LAT Images

Lewis Hamilton vor dem Rennen: Körperlich ist der Weltmeister wieder auf dem Damm.

Alfa Romeo konnte sein wahres Potenzial in dieser Saison nur selten zeigen, mal sehen, ob es diesmal besser klappt.



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