Neue Verbraucherstudie: Käuferinteresse an alternativen Antrieben erheblich gestiegen

Die Strategie- und Innovationsberatung Arthur D. Little veröffentlichte heute die Neuauflage der weltweiten Kundenstudie zu den automobilen Megatrends.


Fahrzeuge, wie dieser zukünftige Elektro-SUV von Opel, haben eine hervorragende Zukunft.


Hintergrund

Während 2015 die Nachfrage nach alternativen und nachhaltigen Antrieben verhalten war, zeigt sich inzwischen eine hohe Bereitschaft, solche Angebote zu nutzen.
Die Skepsis gegenüber dem Autonomen Fahren und Fahrerassistenzsystemen hat allerdings zugenommen.
Die Automotive-Experten befragten über 8.000 Endkunden in 13 Ländern in Bezug auf die Megatrends Autonomes Fahren, Elektromobilität und Carsharing.

Resultate der Studie

Insgesamt ist das Interesse an alternativen Antriebsformen im Vergleich zu 2015 stark gestiegen. Dabei werden leicht höhere Preise für alternative Antriebe inzwischen mehrheitlich akzeptiert.
Der wichtigste Faktor, der zum Kauf eines Elektrofahrzeugs motiviert, ist der ökologische Aspekt: 41 Prozent der Autonutzer wollen einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten.

Auch ökonomische Aspekte spielen eine wichtige Rolle beim Wandel der Mobilität.
Autofahrer motivieren:
- staatliche Subventionen (39 Prozent)
-  niedrige Betriebskosten (29 Prozent)
dazu, Abstand vom klassischen Verbrennungsmotor zu nehmen.


Entscheidend für das gestiegene Interesse an alternativen Antrieben sind auch Verbesserungen.
- Die begrenzte Reichweite wird lediglich von 39 Prozent der Befragten als Hindernis angegeben, vor drei Jahren waren es noch 53 Prozent.
- Lediglich 13 Prozent empfinden die Modelle als zu unattraktiv.
- Der Preis wird von 51 Prozent der Nutzer nach wie vor als Hindernis betrachtet, ein starker Rückgang von den 64 Prozent der Erstuntersuchung.
- Konstant kritisch betrachten Nutzer allerdings die als zu lang empfundenen Ladezeiten.
2015 stießen diese 41 Prozent der Befragten auf, dieses Mal waren es sogar 42 Prozent.

Dazu Studienautor Klaus Schmitz:
„Der Weg für einen flächendeckenden Durchbruch der Elektromobilität ist in den letzten Jahren vorbereitet worden. Die aktuellen Modelle vieler Hersteller schaffen es, das Komfortbedürfnis der Fahrer weitgehend zu befriedigen. Auch in Deutschland werden E-Fahrzeuge und Hybride die klassischen Verbrenner zu großem Umfang zeitnah ersetzen.“

Während heute 71 Prozent der Fahrer Autos mit Benzinmotor und 20 Prozent ein Dieselfahrzeug besitzen, wird sich dies schnell ändern.
Ddie ihr Auto innerhalb eines Jahres ersetzen wollen, gaben an:
- 48 Prozent möchten einen Batterie-, Hybrid- oder Plug-in-Hybridwagen kaufen
- 36 Prozent präferieren ein Auto mit Benzinmotor
- 12 Prozent einen Diesel.


Autonomes Fahren: Öffentliche Diskussion schreckt ab

Der Megatrend Autonomes Fahren verliert in der Gunst der Autofahrer hingegen deutlich. Nur noch 57 Prozent der Autonutzer weltweit können sich vorstellen, ein autonomes Fahrzeug zu nutzen. In der Vorgängerstudie waren es noch 64 Prozent. In Deutschland ist die Zustimmung mit lediglich 50 Prozent besonders niedrig. Studienautor Wolf-Dieter Hoppe betont: „Das Thema Autonomes Fahren hat durch Unfälle in der jüngeren Vergangenheit deutlich an Popularität eingebüßt. Allerdings ist die Akzeptanz bei jüngeren Fahrern deutlich größer. So ist die Zustimmungsquote bei den unter 30-Jährigen 13 Prozent höher als bei den Befragten über 60. Besonders bemerkenswert ist, dass auch das Interesse an fortgeschrittenen Fahrassistenzsystemen nachgelassen hat.“


Wie in der Studie 2015 ist auch in der Neuauflage die Nutzung der Daten ein entscheidender Kritikpunkt am selbstfahrenden Fahrzeug.
Bei der Nutzung von neuen Fahrerassistenzsystemen wird eine große Zahl an Daten gesammelt, deren Nutzung und Sicherheit die Kunden stark besorgt.
In Deutschland gaben lediglich 24 Prozent der Befragten an, keine oder wenig Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit zu haben.
Der Wert hat sich seit 2015 damit fast nicht verändert.


Fahrzeugbesitz bleibt wichtig

Carsharing-Services und Fahrdienste werden vor allem in den städtischen Verdichtungsräumen eine wichtige Rolle spielen. Im Zuge dieser Entwicklung wird dem eigenen Fahrzeug oft eine sinkende Bedeutung nachgesagt. Die Ergebnisse der Analyse widerlegen dies. Verbraucher legen nach wie vor großen Wert auf ein eigenes Automobil. Insbesondere in der Zielgruppe der jungen Fahrer ist der Wunsch nach einem eigenen Auto unverändert hoch, so wünschen sich 53 Prozent der unter 30-jährigen ein eigenes Fahrzeug. In älteren Segmenten ist der Wunsch nach dem eigenen Fahrzeug zwar weniger stark, aber konsequent höher als im Jahr 2015. Klaus Schmitz betont: „Es ist eindeutig, dass das Auto als Prestigeobjekt nicht an Bedeutung verlieren wird. Zwar sind jüngere Kunden per se offener gegenüber der Nutzung von Carsharing, das eigene Auto bleibt aber für die Mehrheit wichtig.“


Der Trend zum Carsharing hat in den letzten Jahren tendenziell sogar an Popularität eingebüßt. Weltweit bekannten sich lediglich 23 Prozent als starke Anhänger der neuen Mobilität, 2015 stand noch ein Viertel der Nutzer hinter der Idee. In Deutschland bleibt der Wert mit 16 Prozent unverändert niedrig. Wolf-Dieter Hoppe stellt heraus: „Die Idee des Carsharings wird nur durch den Hebel günstiger Preise eine größere Verbreitung finden. Fast die Hälfte der Befragten forderte günstigere Preise. Gleichzeitig benötigt es größere Flotten, um den Nutzerkomfort zu verbessern. Unsere Analyse zeigt, dass Carsharing aber länderspezifisch sehr individuell wahrgenommen wird. Insbesondere in China mit seinen zahlreichen Ballungsräumen und Mobilitätsproblemen ist die Akzeptanz erheblich größer. Deutsche Fahrer können sich mit der Idee des geteilten Fahrzeugs deutlich schwieriger anfreunden.“


Die Studie ist online erhältlich hier:
http://www.adlittle.de/en/insights/viewpoints/future-automotive-mobility-%E2%80%93-reloaded


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ein weiterer Volkswagen-Bestseller wird elektrisch: neuer ID. Tiguan startet Anfang 2027 als Nachfolger von ID.4 und ID.5