Die „Ente“ feiert ihren 70. Geburtstag ... ein Blick zurück ...


In diesem Jahr feiert der Citroën 2CV seinen 70. Geburtstag: Im Oktober 1948 erstmals auf dem Pariser Automobilsalon präsentiert, verblüffte er unter anderem mit ungewöhnlichem Aussehen, raffinierter Konstruktion, extremer Wirtschaftlichkeit und Vielseitigkeit. Die „Ente“ steht wie kein anderes Modell für Freiheit, französischen Charme und anders sein.     von Achim Stahn

 
Prototyp des 2CV aus dem Jahr 1939



So sah das also heute vor 70 Jahren aus: am 7. Oktober 1948 wurde in Paris im Grand Palais der 35. Salon de l'Automobile eröffnet und Pierre Boulanger, Generaldirektor von Automobiles Citroen, präsentiert dem französsichen Präsidenten der Republik, Vincent Auriol, sein neueste Modell, den 2CV.
Auch wenn es 1948 nur dieses eine Exemplar gab, erst ein Jahr später Fahrzeuge für 185.000 Franc verkauft werden (günstiger war keiner): bon anniversaire mon chéry 2CV!

 
Kurz vor der Premiere auf dem Pariser Autosalon: der 2 CV im Jahr 1948



Der Prototyp TPV „Toute petite voiture“
Bereits Mitte der 1930er Jahre begann Citroën das Projekt eines preiswerten Volksautos – ein radikal minimalistischer Kleinwagen. „Entwerfen Sie ein Auto, das Platz für zwei Bauern in Stiefeln und einen Zentner Kartoffeln oder ein Fässchen Wein bietet, mindestens 60 km/h schnell ist und dabei nur drei Liter auf 100 km verbraucht“, so lauteten die berühmten Anforderungen an den Konstrukteur André Lefèbvre. Der Kriegsbeginn verhinderte die Vorstellung des neuen Volksautos, von dem 250 Prototypen gebaut wurden.


Der 2 CV im Jahr 1948

Der 2 CV im Jahr 1949

Der 2 CV im Jahr 1959

Citroën 2CV – Symbol der Freiheit
Am 7. Oktober 1948 wurde der Citroën 2CV, ein im Vergleich zum Vorkriegsauto komplett überarbeitetes Modell, auf dem Pariser Salon präsentiert.
Der Anblick brachte einen niederländischen Journalist zur Aussage „hässliches Entlein“. Damit begründete er den insbesondere im deutschsprachigen Raum üblichen Spitznamen und den Kult des 2CV.
„Eine Konservendose, Modell freies Campen für vier Sardinen“, urteilte die satirische Wochenzeitung „Le Canard enchaîné“. Doch die Leute liebten ihn von der ersten Stunde an. Er war supergünstig, total unkompliziert, bot ausreichend Platz, war unprätentiös, sympathisch und sparsam. Das Fahrzeug für die „kleinen Leute“ wurde schnell zu einem Symbol der Freiheit.

Aufgrund der knappen Rohstoffe konnte Citroën anfangs nur eine geringe Stückzahl der „Ente“ produzieren. So entstanden kurzzeitig Wartelisten von bis zu sechs Jahren. Der Anschaffungspreis war sehr niedrig, einfache Technik garantierte niedrige Unterhaltskosten, so wie der kleine Hubraum (günstige Steuerklasse).
All das trug dazu bei, dass die „Ente“ vor allem in Deutschland zum typischen Studentenauto avancierte, Ausdruck einer nonkonformistischen und konsumkritischen Lebenshaltung wurde.

Der 2 CV im Jahr 1959 beim Familienausflug. Der Fahrer ist nicht mit auf dem Foto, er betätigte die Kamera.



... bonjour soleil ...

Karosserie und Fahrwerk
Der viertürige Stahlaufbau war nicht selbsttragend konstruiert und wie die meisten Anbauteile mit dem Fahrgestell ( Kastenrahmen) verschraubt. Statt festes Stahldach gab es ein aufrollbares Verdeck aus Vinyl. So wurde der Wagen blitzschnell zum echten Cabrio.


Das Fahrverhalten: gute Geländegängigkeit und eine erhebliche Seitenneigung bei Kurvenfahrten. Leichte Karosse, tiefliegender Boxermotor und tiefliegende Tanks ergaben einen günstigen Schwerpunkt, Umkippen war fast unmöglich.
Den Trommelbremsen rundum am Start folgten 1981 vorne Scheibenbremsen.

Die Motorisierung
Der neu entwickelte, luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor mit anfangs 375 cm3 Hubraum leistete 9 PS und war erstmals serienmäßig mit einem Viergang-Getriebe ausgerüstet.
Die Höchstgeschwindigkeit betrug rund 70 km/h. 
Es folgten zahlreiche weitere Entwicklungsstufen.
Der ab 1970 eingebaute 0,602 Liter-Motor hatte zunächst 28 PS. Sprang der Motor mal nicht an, konnte er mit Hilfe einer mitgeführten Wagenhebelkurbel gestartet werden. Auch in späteren Modellen.
Die letzten Typen mit 29 PS schafften 113 km/h.

Allrad macht's möglich: 2CV 4X4 im Jahr 1961
Per Allrad durch die Sahara: 2CV 4X4 im Jahr 1958

2CV Export im Jahr 1967

2CV Export im Jahr 1967
 
2CV 4 im Jahr 1970
2CV 4 im Jahr 1970


2CV 4 im Jahr 1975

2CV 4 im Jahr 1975


2CV SPECIAL aus dem Jahr 1979





Modell aus dem Jahr 1980







  Trés chic: 2CV Charleston (1982)












  2CV Charleston (1982)

 




















  2CV Cocorico (1987)
















 
Auch in Cross-Rennen wurde der 2CV immer wieder eingesetzt. Hier ist ein Foto aus dem Jahr 1977 zu sehen.


In einem James Bonnd Film spielte der 2CV natürlich auch mit, dazu wurde ein entsprechendes Sondermodell aufgelegt.
 





Die „Kastenente“
Der im Frühjahr 1951 eingeführte Lieferwagen auf 2CV-Basis unterschied sich von der Limousine ab der B-Säule durch einen kastenartigen geräumigen Laderaum. Die Beladung der „Kastenente“ erfolgte über zwei Flügeltüren am Heck. Zum Einsatz kam der 2CV Lieferwagen häufig im öffentlichen Dienst – z.B. beim französischen Straßenrettungsdienst oder als Postfahrzeug in Belgien.





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