Comeback einer französischen Legende: Alpine A110

Die Neuauflage der Alpine A110 Berlinette überträgt mit kompromisslosem Leichtbau, leistungsstarkem Vierzylinder und kompakten Abmessungen den Geist des Klassikers aus den 1960er- und 70er-Jahren in die Gegenwart. Auch das neue Design zitiert den vielfachen Rallye-Sieger. Neben der limitierten „Première Edition” gibt es zwei unterschiedliche Varianten.


Alpine A110: Das zweisitzige Coupé mit Hinterradantrieb, Mittelmotor und der DNA des Originals sieht blendend aus. Und es ist so dynamisch unterwegs, wie es bereits auf den ersten Blick wirkt.



„Pure“ und „Légende“ ...
Alpine wendet sich mit „Pure“ (ab 54.200 Euro) an Fahrer, die das fahrdynamische Potenzial auf kurvenreichen Gebirgsstraßen oder Rennstrecken auskosten wollen. Neben Rennsitzen von Sabelt sind hier unter anderem Klimaautomatik, Navisystem, LED-Hauptscheinwerfer Serie. Statt 17-Zoll-Rädern gibts optional 18-Zöller in drei Designs, oder Brembo Hochleistungsbremsen und aktive Sport-Abgasanlage mit Ventilklappen (macht ganz schön Lärm).
Einem anderen Ansatz folgt die Variante „Légende“ (ab 58.000 Euro), sie kombiniert Agilität mit ausgeprägtem Langstreckenkomfort im Stil eines GT. Zur Serienausstattung zählen auch 6-Wege-Leichtbau-Ledersitze (Braun und Schwarz), Interieur mit Carbon-Elementen in Glanzoptik, Focal-Audiosystem, Einparkhilfe vorne wie hinten mit Rückfahrkamera. Klimaautomatik, Navigationssystem, LED-Scheinwerfer und Smartphone-Integration ebenfalls. Ein echter Blickfang sind die 18-Zoll-Bicolor-Räder im Stil der Felgen für die A110 1600S aus den 1970er-Jahren.


Hier sind die zwei unterschiedlich zusammengestellten Varianten „Pure“ und „Légende“ (rechts) zu sehen.


Alle Freiheiten ...
Am Start stand ein weißes Blatt Papier. Fest stand nur: die DNA der alten Alpine sollte ins heute übertragen werden – Agilität durch Leichtbau, Eleganz und jede Menge Fahrspaß. Die Designer hatten alle Freiheiten, technische Zwänge gab es so gut wie keine. Das hat sich am Ende gelohnt.
Eine der wenigen Vorgaben betraf das Gewicht, mehr als 1.100 kg sollten es nicht sein. Keine leichte Aufgabe, deshalb sind Chassis und Karosse aus Alu. Gebaut wird der Neue im Werk des Vorgängers. In Dieppe entstehen zurzeit Renault Sport Fahrzeuge und sportliche Kleinserien (aktuell Clio R.S.).

Agiler Mittelmotor ...
Falls gewünscht, spurtet dieser Mittelmotor-Zweisitzer in 4,5 Sekunden auf 100, Topspeed sind 250 km/h. Die stürmischen Fahrleistungen garantiert ein neu entwickelter 1,8-Liter-Turbobenziner, der seine 252 PS (320 Nm) an die Hinterräder weiterleitet. Maßgeblich zur Top-Performance trägt – ganz in alter Tradition – auch das Leergewicht (1.080 kg) bei.
Nachdem wir bereits die technischen Daten aufgezeigt haben, geht es nun ans echte Ausprobieren. Reinsetzen, anschnallen, roten Startknopf drücken, der Turbo meldet sich mit tollem Sound. Nun das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe in Stellung D, auf gehts zur Kurve Nummer eins. Via Lenkradtaste lässt sich vom Normalmodus in Sport und Track wechseln, das ändert die Kennlinien von Motor, Antrieb, ESP und Lenkung, den Auspuffsound ebenfalls. 
Die Gasannahme ist top, ein Zug an der rechten Schaltwippe, der nächste Gang rastet ein. Noch etwas schneller in Stellung „Sport“, wer „Track“ wählt, hört beim Gangwechseln das typische Rennsportblubbern von hinten aus dem Endrohr.
Trotz dynamischer Einstellung überzeugt der Motor mit Effizienz: im vergleichbaren kombinierten Verbrauch stehen 6,1 Liter Super in den Papieren (CO2: 138 g/km).

Top-Straßenlage ...
Wie der Urahn beansprucht die neue Alpine nur die Verkehrsfläche eines Kleinwagens. Die Länge (4,18 m) und Breite (1,8 m) sind ähnlich wie beim Renault Clio R.S. – doch mit 1,25 Meter liegt die Höhe 18 cm darunter. Auch das ist ein Blick zurück, der Vorgänger wurde wegen seiner Höhe (1,12 m) von den Fans liebevoll „Plattfisch“ (le Turbot) genannt.
 Fazit: Der Begriff „Leichtigkeit des Seins“ passt perfekt zu dem Wagen, denn seine geklebte, geschraubte, genietete und verschweißte Alukarosse wiegt weniger als 200 Kilogramm. Leichtgewicht gilt als beste Voraussetzung für Fahrspaß, die der fein gezeichnete Franzose auch aus vollem Herzen bietet.                  Norbert Herzog


Ein großer roter Startknopf auf der Mittelkonsole aktiviert den 1,8 Liter Turbo hinter dem Rücken der Fahrgäste.

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