Studie beweist: die Autohändler sind für den Autokäufer unersetzlich


Eine aktuelle Studie zeigt es allen klar und deutlich: Kunden kaufen lieber beim Händler als online.
Wandern Autokäufer künftig immer mehr ins Internet ab, machen Autohäuser so zu Auslaufmodellen? Mit dieser Frage beschäftigt sich jährlich die Nürnberger Marktforschung Puls – schon seit dem Jahr 2015.

Die Ergebnisse aus 2017 dürften ganz sicher allen Händlern auch in unserer Region Mut machen: „Das repräsentative Votum der 1.014 befragten Autokäufer fiel klar zugunsten des klassischen Autohandels aus“ berichtet Christoph Seyerlein im Fachmagazin „kfz-betrieb“.

Händler sind unabdingbar ...

Mit 62 Prozent gaben fast zwei Drittel der Studienteilnehmer an, dass der Gang zum Händler beim Autokauf für sie unabdingbar sei. Im Vergleich zu den Umfragen in den Vorjahren haben Autohäuser damit bei Kunden zuletzt offenbar wieder deutlich an Bedeutung gewonnen: im Jahr 2016 hatten lediglich 39 Prozent einen Händler für unabdingbar gehalten, 2015 waren es sogar nur 31 Prozent.
Auch anhand einer anderen Fragestellung innerhalb der Puls-Studie lässt sich jener Trend ablesen. Hatten 2015 insgesamt 38 Prozent und ein Jahr später 32 Prozent die These bejaht, dass Fahrzeuge zukünftig im Internet gekauft werden, waren es bei der Umfrage im November 2017 deutlich weniger: nur noch 17 Prozent.
Für Puls-Geschäftsführer Konrad Weßner lassen die Umfrage-Ergebnisse nur einen Schluss zu: „Entgegen vieler Expertenstudien findet die Revolution im Automobilvertrieb aus Kundensicht offensichtlich nur mit den Autohäusern statt“, analysiert der Forscher.


Mercedes pusht Online ...

Das mag viele ärgern, doch so ist es nun mal. Dennoch halten einige Marken am Online-Verkauf fest. So sieht Mercedes vor allem im Internet noch viel Wachstumspotenzial: „Ziel ist es, bis 2025 den weltweiten Absatz über den Online-Vertrieb auf bis zu 25 Prozent zu erhöhen. Weitere digitale Dienste rund um die Produkte von Mercedes-Benz werden folgen“, sagt zum Beispiel Britta Seeger, im Daimler-Vorstand leitet sie den Vertrieb.
Zugleich sollen die Händlerbetriebe „auch in Zukunft als persönlicher Kundenkontaktpunkt unersetzlich“ bleiben. Die Vorteile der digitalen und der analogen Welt sollen im „Autohaus der Zukunft“ zusammengeführt werden. So will Mercedes künftig im Showroom auch Medien einsetzen, die das Wunschfahrzeug virtuell erlebbar machen sollen. Ein Vorteil für Autobesitzer ist auf jeden Fall, dass Termine in den Werkstätten online gebucht werden können und die Serviceannahme digital abläuft.
Der Stuttgarter Konzern hat zwar auch im vergangenen Jahr wieder Rekordzahlen eingefahren, doch das Ergebnis trübt wieder einmal der kleinste im Konzern, die Marke smart. Insgesamt wurden 135.025 im Jahr 2017 verkauft, im Vergleich zum Jahr 2016 sind das 6,5 Prozent weniger. Bei einem Fahrzeug, dass doch eigentlich genau den Nerv der Zeit treffen soll (superkompakt, umweltfreundlich) ist das schon verwunderlich – und eine Katastrophe. Doch vielleicht ist es nur einfach der hohe Preis, denn Kia, Citroen oder Fiat bieten für deutlich weniger richtige Autos mit Platz und ebenso wenig Verbrauch an.

Gebraucht & neu ...

Auch mit der gesamten Customer Journey hat sich Puls auseinandergesetzt. Dabei zeigt sich: Zwar sehen gerade Gebrauchtwagen-Interessenten ihre erste Präferenz für einen Kauf mehrheitlich bei Online-Börsen (59 Prozent), die endgültige Kaufentscheidung fällt dann aber doch in den meisten Fällen im Autohaus (69 Prozent).
Bei Neuwagen-Interessenten sind Händler sowohl die häufigste erste Präferenz (43 Prozent) – noch vor Mundpropaganda (36 Prozent) und Neuwagenportalen (30 Prozent) – sowie der Ort, an dem Autointeressenten den Kauf dann am Ende auch abschließen (62 Prozent).
Der wohl größte Vorteil, den der Handel gegenüber Online-Anbietern hat, ist dabei die Möglichkeit, Probefahrten anbieten zu können. Auch mit den unterschiedlichsten Modellen und mit verschiedenen Fahrzeugklassen.
Für seine repräsentative Trendstudie rund um den Autokauf hat die Puls Marktforschung im November 2017 insgesamt 1.014 Personen befragt, die in den nächsten Monaten planen, ein Fahrzeug zu kaufen, oder in 12 Monaten zuvor eines gekauft haben.    Achim Stahn

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ein weiterer Volkswagen-Bestseller wird elektrisch: neuer ID. Tiguan startet Anfang 2027 als Nachfolger von ID.4 und ID.5